Tut sich ja einiges im Kader. Und ich muss leider sagen, dass ich ein ziemlich schlechtes Gefühl bekomme. Ich bin an sich ein optimistischer Typ und natürlich hoffe ich, dass wir den Turnaround schaffen aber die letzten Tage lassen für mich zu viele Zweifel zurück. Hier herrscht ja einigermaßen Ruhe aber mich würde schon mal interessieren, wie ihr die Lage beurteilt. Was mich vor allem stört ist folgendes:
Im chemischen Element zeichnet Bastian Pauly nach, wie es zur Verpflichtung von Schmidt kam. Wers nicht gehört hat: der Wunschkandidat hat kurz vor Jahresende einen unerwartenden Rückzieher gemacht. Das ist natürlich Pech. Danach gab es den erstmaligen Kontakt zu Schmidt und man wurde sich einig. Also ich will nicht ausschließen, dass er ein Glückstreffer sein kann und genau der Mann, den wir brauchen. Er mag auf dem Papier auch alles mitbringen, was es für die Doppelrolle braucht. Aber ich fahre doch nicht ein wochenlanges Auswahlverfahren und nehme gebe dann dem Kandidaten, der darin nicht vorkam, die Doppelrolle und damit die totale Kontrolle über die sportliche Entwicklung. Der Schritt braucht doch eine gewisse Überzeugung und die Vita von Schmidt ist jetzt auch nicht so grandios, dass ich nach drei tagen zwischen Silvester und Trainingsstart derart überzeugt bin, dass alles, was vorher erarbeitet wurde, nichtig ist. Das hat für mich schon einen zu starken Touch Aktionismus und ich hoffe wirklich sehr, dass ich dem Vorstand hier unrecht tue.
Vor dem Hintergrund steht für mich die Transferpolitik in einem pessimistischen Licht.
Verstärkungen halte ich grundsätzlich für wichtig, bis zu einem gewissen Punkt auch notwendig. Ob ich mich als neuer trainer direkt hinstellen muss und Verstärkungen in alles Mannschaftsteilen fordern würde? Eher nicht, glaube ich. Aber das ist Geschmackssache. Subjektiv ist natürlich auch die Ansicht, was und wen wir brauchen. Für mich wären das ein defensiv denkender, zweikampfstarker Mittelfeldspieler und ein schneller Spieler für die offensive Außenposition. Geholt haben wir bis jetzt:
- einen neun Hüter: hier gabs ne Notwendigkeit, alles soweit gut. Damit ist natürlich wieder der Kampf um die 1 entfacht. Ich hoffe der Spieler, der sich durchsetzt, hat dann die notwendige Sicherheit, die es bis jetzt leider nur in einzelnen Spielen gab.
- einen vertragslosen jungen Mittelfeldspieler, der aus der U19 vom Cottaweg kommt. Okaye Verpflichtung wenn wir ganz entspannt aufs nächste Jahr gucken könnten. Ich hoffe wirklich nicht, dass Schmidt denkt, er könnte mit "gut ausgebildeten Spielern" das Ruder im Abstiegskampf in dieser Regionalliga rumreißen. Das wäre fatal.
- Tim Hoops Verpflichtung zeigt mir aber, dass diese Annahme vielleicht nicht ganz unbegründet ist. Ich hoffe es sind nur Indizien und die lage wird anders eingeschätzt aber ein 20 Jähriger, der zuletzt bei Augsburg 2 kaum zum Zug kam, wird ganz sicher nicht am 30.01. gegen Bozic die Kohlen aus dem Feuer holen. Die 19 Drittligaspiele hat er übrigens für haching gemacht, die in dem Jahr sang- und klanglos aus der Dritten Liga abgestiegen sind und den Nachwuchstopf gemolken haben. Sicher ein guter Spieler mit interessanter Perspektive. Aber im hier und jetzt brauchen wir andere Leute. Wenn wir schon Kohle ausgeben, dann doch nicht für die Breite oder die Zukunft.
- Akono wäre rein von der Vita ein Spieler, der uns auf Anhieb helfen würde. Aber auch hier gibts ein aber. Wir haben jetzt den zweiten Büffel für die Sturmspitze. Den dritten Spieler über eins neunzig da vorne. Brauchen wir diesen Spielertyp denn eher als einen, der sich auch mal auf dem Flügel durchsetzen kann? Hier gehen wir wieder mit Seidel (setzt sich in keinem Zweikampf durch bis jetzt) und Langner (zum Glück fit aber auch kein Typ, dem Dynamik auf der Stirn steht) an den Start. Wenn Akono wenigstens ein effektiver Knipser wäre...
Überzeugt mich alles nicht, leider. Und dann kommt noch das Gerücht um Seidemann auf. Da haste doch deinen schnellen Flügelspieler, müsste man meinen. Ja, den hätte man. Aber muss es gerade Seidemann sein? Wenn es so kommt, soll er sich reinhauen und gut ist. Kein Stress. Aber es passt ins Bild, dass alles, was seit dem 1.1. kommuniziert wird, für mich einen dicken Haken hat.