Autor Thema: AKS  (Gelesen 137884 mal)

Offline Schreber

Antw:AKS
« Antwort #435 am: 04. August 2026, 20:07 »
Vielleicht bekommen die Dosen ja das Gelände dort am Cottaweg und wir die Schallschutzmauer und die Kapazitätserweiterung.

Na ja, nach jahrzehntelanger Erfahrung befürchte ich eher folgende Variante: Weil man am Cottaweg so großzügig verfahren wird, wird an anderer Stelle besonders restriktiv verfahren werden.

Jetzt gilt es zunächst Kräfte zu sammeln, Verbündete zu suchen, Kontakte in sämtliche Ratsfraktionen auszubauen.

Die BSG Chemie gehört zur Identität dieser Stadt. Das muß für alle, auch im Rathaus, sicht- und spürbar werden.

PS: Kennt einer eigentlich einen Verein in Deutschland, eventuell auch in Europa, der in der ersten bis vierten Liga spielt und zuletzt so oft ausverkauft war zu seinen Heimspielen wie der unsere?

PPS: Kennt einer zudem einen Verein, der wie wir bei der Kapazitätserweiterung vor ähnlichen Problemen stand wie wir und diese erfolgreich bewältigen konnte? Dann sollten wir Kontakt dahin aufnehmen...
« Letzte Änderung: 04. August 2026, 20:08 von Schreber »

Offline Zerberus

Antw:AKS
« Antwort #436 am: 04. August 2026, 20:21 »
Und Zack, kommt die Nachricht: 3.100 Dauerkarten verkauft. Das macht die aktuelle Kapazität umso problematischer.  Denn machen wir uns nichts vor, das wird in den kommenden Jahren vermutlich weiter steigen und dann? Macht der Verein irgendwann einen Cut? Ich gehe seit den 90ern ins Stadion, werde mir aber definitiv keine DK holen, weil es sich für mich einfach nicht lohnt. Ich renne dann irgendwann 500 Restkarten hinterher!?

Offline UrBöhlener

Antw:AKS
« Antwort #437 am: 04. August 2026, 21:49 »
Und Zack, kommt die Nachricht: 3.100 Dauerkarten verkauft. Das macht die aktuelle Kapazität umso problematischer.  Denn machen wir uns nichts vor, das wird in den kommenden Jahren vermutlich weiter steigen und dann? Macht der Verein irgendwann einen Cut? Ich gehe seit den 90ern ins Stadion, werde mir aber definitiv keine DK holen, weil es sich für mich einfach nicht lohnt. Ich renne dann irgendwann 500 Restkarten hinterher!?
Da muss ich Dir voll zustimmen. Ich wohne ca. 120km weg und muss noch paar Jahre in Schichten arbeiten. Eine Dauerkarte macht keinen Sinn, weil ich oft bis zu 12h vor dem Spiel nicht weiß, ob ich fahren kann oder eine Bereitschaft dazwischen kommt. Im vergangenen Spieljahr hätte ich kurzfristig noch zu 6...8 Spielen fahren können. Aber da hieß es immer: AUSVERKAUFT!
Also bin ich daheim geblieben... aber total ärgerlich war das schon !!!

Offline Dantel

Antw:AKS
« Antwort #438 am: 05. August 2026, 10:10 »
Wenn man eine Erhöhung der Kapazität durchdrücken möchte, dann braucht man Argumente. Und der Dauerkartenverkauf ist dabei ebenso hilfreich, wie die gestiegene Kartennachfrage an Spieltagen. Immer noch ist die Stadt Besitzer des Geländes und entscheidet, ob oder ob nicht und wie. Das sagt sie gern immer mal wieder und lässt es uns auch spüren. Und nun entscheidet sie langfristig. Das ist das Problem des Nutzungskonzeptes. Die Stadt ist nicht unser Freund. Sie ist auch nicht unser Feind. Es ist...kompliziert.

Ich würde das nicht so schwarz sehen. Auch die Gefahren für eine Weiterentwicklung des AKS sehe noch nicht. Denn es steht ja auch auch geschrieben "unter den vorhandenen Gegebenheiten" und das ist dann auch nachzuvollziehen.

Sowas denkt man eben, wenn man fern vom Verein ist und nicht die Gesamtlage kennt. Ich denke, die Beiträge von anderen hier dürften Dir inzwischen klar gemacht haben, dass dieses Papier das Ergebnis einer für uns gefährlichen Gesamtgemengelage ist, also ein mehr oder weniger versteckter Angriff. Versteckt zwischen Dingen, die durchaus positiv für uns in dem Konzept sind. Aber im Prinzip sollen wir eingehegt werden.

Und wenn wir einmal dabei sind...ich spule mal etwas zurück:

Was unsere Auffassungen aus meiner Sicht wirklich grundsätzlich unterscheiden ist der Umgang mit Kritik, Problemen oder irgendwelchen Unzulänglichkeiten. Da möchte ich eine transparente offene umfassende Kommunikation im Verein für alle Mitglieder und Fans. Bei dir dagegen habe ich immer das Gefühl, sobald Kritik kommt oder Probleme auftauchen, würdest du diese am liebsten intern behalten.

So kann man das sehen. Man könnte auch sagen: Ich bin nicht bereit, um der Transparenz Willen dem Verein jeden möglichen Schaden zuzufügen, während Dir das, um der Transparenz Willen, einfach mal egal ist. Das sind zwei unvereinbare Schwerpunkte in der Sicht auf die Dinge. Du kannst Dich aber nicht in der Löwengrube immer wieder auf den Rücken drehen, Bauch nach oben. Dann beißen die zu, die dem Verein wirklich Böses wollen. Davon gibt es einige. Und die haben Möglichkeiten. Deswegen kann man nicht alles transparent behandeln. Niemand kann das. Und es ist auch nicht klug. So sehe ich das.
« Letzte Änderung: 05. August 2026, 13:54 von Dantel »
"Den Fortschritt verdanken wir den Machern. Nörgler sorgen nur für schlechte Stimmung und Frustration." Ich

Offline Schreber

Antw:AKS
« Antwort #439 am: 05. August 2026, 12:46 »
@Dantel

Ja es stimmt, was einst in den beiden deutschen Diktaturen galt, gilt in dieser Beziehung auch heute noch: Immer daran denken, nicht immer darüber sprechen.

Und ja, es stimmt auch, daß die Stadt nicht unser Freund ist.

Aber wir haben auch Freunde bei der Stadt.

Hier gilt es, weiterhin Fäden zu knüpfen, die zu einem tragfähigen Netzwerk werden.


Offline T. aus FF

Antw:AKS
« Antwort #440 am: 06. August 2026, 13:52 »
Empfiehlt sich, den Newsletter dazu zu lesen. Da wird deutlich, welche enormen Gefahren für unsere weitere Entwicklung diese Vorlage in sich trägt.

Zitat aus dem Nutzungskonzept

„Im Ergebnis der Untersuchungen zum Verkehr, zum Immissions- und Naturschutz i. V. m. der benachbarten Wohnbebauung und den Kleingärten zeichnet sich allerdings auch ab, dass unter den vorhandenen Gegebenheiten kein umfassender Aufwuchs möglicher Besucherzahlen für Sportveranstaltungen am Standort möglich sein wird. Der von der BSG Chemie formulierte Wunsch, die Entwicklung des Stadionstandortes i. V. m. einem Ligaaufstieg zu bringen, ist unter den gegebenen ökologischen, erschließungsseitigen und immissionsschutzrechtlichen Rahmenbedingungen und unabhängig von der Aufstellung dieses B-Planes, nicht erreichbar.“
Meiner Meinung nach darf dies so im Nutzungskonzept nicht stehen bleiben. Hier wird das Ergebnis einer Interessenabwägung aller berechtigten öffentlichen Interessen zu Ungunsten der BSG vorweggenommen. Allein die Tatsache, dass alle Heimspiele der erste. Herrenmannschaft seit 8ber einem Jahr ausverkauft sind, begründet das öffentliche Interesse an einem Stadionausbau.
Hier sollte sich die BSG ggf. rechtliche Hilfe suchen.
"Ein Volk das solche Boxer Fußballer Tennisspieler und Rennfahrer hat kann auf seine Uniwersitäten ruhig verzichten"
(Plakattext von Klaus Staeck)

Offline BSG64

Antw:AKS
« Antwort #441 am: 06. August 2026, 15:44 »
Uns wurde erst vor kurzem ein Sozialtrakt für über 7 Mio Euro hingesetzt. Die Stadt wird bei der aktuellen Finanzlage einen Teufel tun, uns das Stadion für weitere Millionenbeträge herzurichten. Das lässt sich der Öffentlichkeit nicht erklären. Wir können uns nur selbst helfen!

Offline ReinerUnsinn

Antw:AKS
« Antwort #442 am: 06. August 2026, 16:31 »
Uns wurde erst vor kurzem ein Sozialtrakt für über 7 Mio Euro hingesetzt. Die Stadt wird bei der aktuellen Finanzlage einen Teufel tun, uns das Stadion für weitere Millionenbeträge herzurichten. Das lässt sich der Öffentlichkeit nicht erklären. Wir können uns nur selbst helfen!
Thema verfehlt, bitte weitergehen.
Jeden Tag den ich neu beginne, erhöht sich zwangsläufig die Zahl derer, die mich am Arsch lecken können.

Offline M. Stelzer

Antw:AKS
« Antwort #443 am: 06. August 2026, 17:41 »
Die Stadt kann aus meiner Sicht Maßnahmen, welche dem ideellen Bereich und dem Zweckbetrieb zu gute kommen fördern. Dies ist beim Sozialtrackt der Fall. Bereits die Flutlichtanlage ist aus meiner Sicht spannend. Da der Fördertopf für die Leipziger Vereine rapide schrumpft und es ab nächstes Jahr ganz eng wird, glaube ich persönlich kaum, dass nun noch irgendetwas nenneswert und schon gar nicht in AKS Platz 1 mit städtischen Geldern investiert wird. Nun sind andere Leipziger Vereine dran. 

Offline UrBöhlener

Antw:AKS
« Antwort #444 am: 10. August 2026, 14:15 »
Wie schaut eigentlich derzeit unser Rasen im AKS aus?  In der vorletzten Übertragung wurde erwähnt, dass die Probeme mit der Beregnung erst nach dem nächsten Spiel behoben werden können. Was ist da passiert?

Offline Yäh!

Antw:AKS
« Antwort #445 am: 14. August 2026, 12:03 »
aus der LVZ vom 14.08.2026

Neuer Bebauungsplan: Große Hürden für Ausbau des Kunze-Sportparks und Chemie Leipzig

Die BSG Chemie Leipzig will die Zuschauerkapazität erhöhen. Nun gibt es eine Beschlussvorlage zum Bebauungsplan des Alfred-Kunze-Sportparks. Das Papier enthält viele Passagen, die klar machen: Unter den derzeitigen Bedingungen ist eine Erweiterung der Kapazität nicht möglich.

Das für die Entwicklung der BSG Chemie Leipzig derzeit wichtigste Vorhaben lautet: die Erhöhung der Zuschauerkapazität. Die Grenze von aktuell 4.999 zugelassenen Fans im Alfred-Kunze-Sportpark soll perspektivisch auf 8.000 bis 10.000 gebracht werden. Mehr Zuschauerinnen und Zuschauer, das bedeutet höhere Ticketeinnahmen, erhöhtes Interesse bei Sponsoren und größere Entwicklungsmöglichkeiten. Das Problem: Die Erweiterung ist an knallharte Maßnahmen geknüpft. Und die kosten Geld. Viel Geld. Aber der Reihe nach.

Die Leipziger Stadtverwaltung hat den Ratsmitgliedern den Bebauungsplan Nr. 456 „Alfred-Kunze-Sportpark“ vorgelegt. Dessen Ziel ist „die Schaffung der bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für das Fortbestehen des Sportparks sowie eine standortverträgliche Entwicklung als Sportanlage“. So steht es in der Einleitung des 114 Seiten starken Papieres.

Dort wird in schönster Behördensprache auch gleich das Problem an den Erweiterungsplänen beschrieben. Denn das Stadion liegt bekanntlich eingebettet zwischen Wohngebiet und Auwald. „Es gilt, die Belange der Sportnutzung einschließlich des Sportlärms und die teils hohen Besucheraufkommen bei Sportveranstaltungen, der schutzbedürftigen Wohnnutzungen sowie die des Gewerbes (angrenzend an das Plangebiet) zu berücksichtigen und miteinander in Einklang zu bringen”, heißt es darin.

Und weiter: „Zugleich zeigen die Schutzgebietskulisse des Leipziger Auwaldes und das Überschwemmungsgebiet der Weißen Elster, ebenso wie die eingeschränkte verkehrliche Erschließung, die Grenzen einer Entwicklung am Standort auf“.

Einige Passagen dürften bei den Verantwortlichen der BSG Chemie kaum Freudenstürme aufkommen lassen. Auf Seite 26 heißt es etwa: „(Es)… zeichnet sich allerdings auch ab, dass unter den vorhandenen Gegebenheiten kein umfassender Aufwuchs möglicher Besucherzahlen für Sportveranstaltungen am Standort möglich sein wird."

Und weiter: „Der von der BSG Chemie formulierte Wunsch, die Entwicklung des Stadionstandortes in Verbindung mit einem Ligaaufstieg zu bringen, ist unter den gegebenen ökologischen, erschließungsseitigen und immissionsschutzrechtlichen Rahmenbedingungen und unabhängig von der Aufstellung dieses B-Planes, nicht erreichbar“.

Weitere Probleme: die Parksituation sei bereits aktuell so herausfordernd, dass auch aufgrund dessen „ein erheblicher Aufwuchs der BSG Chemie (z.B. in eine höhere Liga) am Standort nicht zielführend verfolgt werden kann“. Themen wie die Sicherung von Stellplatzflächen, die Trennung von Fanströmen oder das Unterbinden von Wildparken im angrenzenden Wald, „können nicht über diesen B-Plan gelöst werden, sondern bedürfen, wenn dann dem Nachhalten anderer rechtlicher Grundlagen und begleitender Ordnungsmaßnahmen“.

Perspektivisch wird dem Verein die Entwicklung eines Mobilitätskonzeptes nahegelegt. Möglichkeiten wären ein Parkdeck gegenüber des Haupteinganges des AKS, Ausweichstellplätze mit Shuttleverkehr oder Eintrittskarten mit ÖPNV-Ticket. Die gibt es beispielsweise bei RB Leipzig. Auch ein Ausbau bzw. eine Verbesserung des Fuß- und Radverkehrs wird empfohlen. Mögliche Ansätze zur Sicherung der Fuß- und Radverkehrsströme sind u.a. eine Verbesserung der Auwaldwege, temporäre Geschwindigkeitsreduktion und eine Begleitung der Fangruppen zum/vom ÖPNV.

Auch der Schallschutz wirft derzeit unüberwindbare Hürden für den Verein auf. Mehr Zuschauer bedeuten mehr Lärm. Es macht einen Unterschied ob knapp 5000 Fans ein Tor bejubeln oder sich knapp 10.000 Menschen die Freude aus den Lungen schreien. Der B-Plan sieht deshalb „im südlichen und westlichen Zuschauerbereich [...] eine Fläche für Vorkehrungen zum Schutz gegen schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes“ vor. Heißt übersetzt: Hinter dem Gästeblock und dem Dammsitz benötigt es Schallschutzanlagen.

Wir werden weiter hart kämpfen müssen, um das große Ziel zu erreichen – besonders vor dem Hintergrund, dass wir die notwendigen Mittel überwiegend oder gar in Gänze selbst aufbringen müssen. Schon vor Monaten bezifferte die BSG Chemie mögliche Kosten allein für den Gästeblock auf mindestens eine Million Euro. Zudem befinden sich in diesem Bereich schützenswerte Bäume. Die müssen laut Stadt erhalten werden.

Alles in allem also ernüchternde Nachrichten für den Fußballverein aus Leutzsch. Sind die Pläne für einen Ausbau also vom Tisch? Die Stadt Leipzig antwortet darauf auf LVZ-Anfrage: „Die Festlegung einer maximalen Zuschauerzahl ist über einen Bebauungsplan nicht möglich. Die zulässigen Zuschauerkapazitäten werden auf der Ebene nachfolgender Genehmigungen und unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes, des Schutzes der Wohnnachbarschaft sowie der Umweltbelange, der Erschließung und von Sicherheitsaspekten etc. entschieden“.

Sebastian Goltzsch vom Planungsbüro VTVR, das den Verein schon seit 2018 intensiv betreut, sieht die vorgelegten Pläne nicht negativ. „Generell ist dieser B-Plan erst einmal positiv zu bewerten, weil er die Interessen von Verein und Sportpark im Einklang mit den anderen Interesseninhabern sichtbar macht und Entwicklungsmöglichkeiten verbindlich zu Papier bringt“, sagt er.

Zur Gesamtbetrachtung gehöre auch, zu sehen, woher man eigentlich komme. „Als der B-Planprozess vom Stadtplanungsamt im Jahr 2020 in Gang gesetzt wurde, stand der AKS – das muss man so klar sagen – vor einer möglichen Nutzungseinschränkung“, so Goltzsch. Nun werde die Grundlage dafür geschaffen, dass eine weitere Entwicklung des Sportparks im Rahmen geltenden Bundes- und Landesrechtes möglich sein wird.

In Bezug auf die – jedenfalls aus Laiensicht – in seiner Tonalität deutlichen Passagen hinsichtlich der Kapazitätserweiterung erklärt Goltzsch gegenüber der LVZ: „Was der Bebauungsplan eben klar macht, ist, dass unter den aktuellen Gegebenheiten, speziell mit Blick auf Lärmschutz, Sicherheitskonzept, Brandschutzkonzept, Stellplatznachweis mit Mobilitätskonzept, keine Kapazitätserweiterung ohne entsprechende Baugenehmigungen realisierbar ist.“ Und die können laut Chemies Generalplaner weiter beantragt werden.

Insgesamt ist der Entwurf des Bebauungsplans für Sebastian Goltzsch folglich kein Grund zur Panik – und definitiv kein unverrückbarer Bremsklotz für die weitere Entwicklung von Verein und Sportpark. „Um es einmal klar auszusprechen: Wir sind hier als Chemie kein Opfer, dem mutwillig Steine in den Weg gelegt werden.“ Für den Generalplaner ist klar: „Wir werden weiter hart kämpfen müssen, um das große Ziel zu erreichen – besonders vor dem Hintergrund, dass wir die notwendigen Mittel überwiegend oder gar in Gänze selbst aufbringen müssen. Aber wir haben schon sehr viel erreicht und werden diesen Kampf weiterführen.“

Der Bebauungsplan soll Ende September vom Leipziger Stadtrat beschlossen werden.

Offline Alter Hai

Antw:AKS
« Antwort #446 am: 14. August 2026, 12:31 »
aus der LVZ vom 14.08.2026

Neuer Bebauungsplan: Große Hürden für Ausbau des Kunze-Sportparks und Chemie Leipzig

Die BSG Chemie Leipzig will die Zuschauerkapazität erhöhen. Nun gibt es eine Beschlussvorlage zum Bebauungsplan des Alfred-Kunze-Sportparks. Das Papier enthält viele Passagen, die klar machen: Unter den derzeitigen Bedingungen ist eine Erweiterung der Kapazität nicht möglich.

Das für die Entwicklung der BSG Chemie Leipzig derzeit wichtigste Vorhaben lautet: die Erhöhung der Zuschauerkapazität. Die Grenze von aktuell 4.999 zugelassenen Fans im Alfred-Kunze-Sportpark soll perspektivisch auf 8.000 bis 10.000 gebracht werden. Mehr Zuschauerinnen und Zuschauer, das bedeutet höhere Ticketeinnahmen, erhöhtes Interesse bei Sponsoren und größere Entwicklungsmöglichkeiten. Das Problem: Die Erweiterung ist an knallharte Maßnahmen geknüpft. Und die kosten Geld. Viel Geld. Aber der Reihe nach.

Die Leipziger Stadtverwaltung hat den Ratsmitgliedern den Bebauungsplan Nr. 456 „Alfred-Kunze-Sportpark“ vorgelegt. Dessen Ziel ist „die Schaffung der bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für das Fortbestehen des Sportparks sowie eine standortverträgliche Entwicklung als Sportanlage“. So steht es in der Einleitung des 114 Seiten starken Papieres.

Dort wird in schönster Behördensprache auch gleich das Problem an den Erweiterungsplänen beschrieben. Denn das Stadion liegt bekanntlich eingebettet zwischen Wohngebiet und Auwald. „Es gilt, die Belange der Sportnutzung einschließlich des Sportlärms und die teils hohen Besucheraufkommen bei Sportveranstaltungen, der schutzbedürftigen Wohnnutzungen sowie die des Gewerbes (angrenzend an das Plangebiet) zu berücksichtigen und miteinander in Einklang zu bringen”, heißt es darin.

Und weiter: „Zugleich zeigen die Schutzgebietskulisse des Leipziger Auwaldes und das Überschwemmungsgebiet der Weißen Elster, ebenso wie die eingeschränkte verkehrliche Erschließung, die Grenzen einer Entwicklung am Standort auf“.

Einige Passagen dürften bei den Verantwortlichen der BSG Chemie kaum Freudenstürme aufkommen lassen. Auf Seite 26 heißt es etwa: „(Es)… zeichnet sich allerdings auch ab, dass unter den vorhandenen Gegebenheiten kein umfassender Aufwuchs möglicher Besucherzahlen für Sportveranstaltungen am Standort möglich sein wird."

Und weiter: „Der von der BSG Chemie formulierte Wunsch, die Entwicklung des Stadionstandortes in Verbindung mit einem Ligaaufstieg zu bringen, ist unter den gegebenen ökologischen, erschließungsseitigen und immissionsschutzrechtlichen Rahmenbedingungen und unabhängig von der Aufstellung dieses B-Planes, nicht erreichbar“.

Weitere Probleme: die Parksituation sei bereits aktuell so herausfordernd, dass auch aufgrund dessen „ein erheblicher Aufwuchs der BSG Chemie (z.B. in eine höhere Liga) am Standort nicht zielführend verfolgt werden kann“. Themen wie die Sicherung von Stellplatzflächen, die Trennung von Fanströmen oder das Unterbinden von Wildparken im angrenzenden Wald, „können nicht über diesen B-Plan gelöst werden, sondern bedürfen, wenn dann dem Nachhalten anderer rechtlicher Grundlagen und begleitender Ordnungsmaßnahmen“.

Perspektivisch wird dem Verein die Entwicklung eines Mobilitätskonzeptes nahegelegt. Möglichkeiten wären ein Parkdeck gegenüber des Haupteinganges des AKS, Ausweichstellplätze mit Shuttleverkehr oder Eintrittskarten mit ÖPNV-Ticket. Die gibt es beispielsweise bei RB Leipzig. Auch ein Ausbau bzw. eine Verbesserung des Fuß- und Radverkehrs wird empfohlen. Mögliche Ansätze zur Sicherung der Fuß- und Radverkehrsströme sind u.a. eine Verbesserung der Auwaldwege, temporäre Geschwindigkeitsreduktion und eine Begleitung der Fangruppen zum/vom ÖPNV.

Auch der Schallschutz wirft derzeit unüberwindbare Hürden für den Verein auf. Mehr Zuschauer bedeuten mehr Lärm. Es macht einen Unterschied ob knapp 5000 Fans ein Tor bejubeln oder sich knapp 10.000 Menschen die Freude aus den Lungen schreien. Der B-Plan sieht deshalb „im südlichen und westlichen Zuschauerbereich [...] eine Fläche für Vorkehrungen zum Schutz gegen schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes“ vor. Heißt übersetzt: Hinter dem Gästeblock und dem Dammsitz benötigt es Schallschutzanlagen.

Wir werden weiter hart kämpfen müssen, um das große Ziel zu erreichen – besonders vor dem Hintergrund, dass wir die notwendigen Mittel überwiegend oder gar in Gänze selbst aufbringen müssen. Schon vor Monaten bezifferte die BSG Chemie mögliche Kosten allein für den Gästeblock auf mindestens eine Million Euro. Zudem befinden sich in diesem Bereich schützenswerte Bäume. Die müssen laut Stadt erhalten werden.

Alles in allem also ernüchternde Nachrichten für den Fußballverein aus Leutzsch. Sind die Pläne für einen Ausbau also vom Tisch? Die Stadt Leipzig antwortet darauf auf LVZ-Anfrage: „Die Festlegung einer maximalen Zuschauerzahl ist über einen Bebauungsplan nicht möglich. Die zulässigen Zuschauerkapazitäten werden auf der Ebene nachfolgender Genehmigungen und unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes, des Schutzes der Wohnnachbarschaft sowie der Umweltbelange, der Erschließung und von Sicherheitsaspekten etc. entschieden“.

Sebastian Goltzsch vom Planungsbüro VTVR, das den Verein schon seit 2018 intensiv betreut, sieht die vorgelegten Pläne nicht negativ. „Generell ist dieser B-Plan erst einmal positiv zu bewerten, weil er die Interessen von Verein und Sportpark im Einklang mit den anderen Interesseninhabern sichtbar macht und Entwicklungsmöglichkeiten verbindlich zu Papier bringt“, sagt er.

Zur Gesamtbetrachtung gehöre auch, zu sehen, woher man eigentlich komme. „Als der B-Planprozess vom Stadtplanungsamt im Jahr 2020 in Gang gesetzt wurde, stand der AKS – das muss man so klar sagen – vor einer möglichen Nutzungseinschränkung“, so Goltzsch. Nun werde die Grundlage dafür geschaffen, dass eine weitere Entwicklung des Sportparks im Rahmen geltenden Bundes- und Landesrechtes möglich sein wird.

In Bezug auf die – jedenfalls aus Laiensicht – in seiner Tonalität deutlichen Passagen hinsichtlich der Kapazitätserweiterung erklärt Goltzsch gegenüber der LVZ: „Was der Bebauungsplan eben klar macht, ist, dass unter den aktuellen Gegebenheiten, speziell mit Blick auf Lärmschutz, Sicherheitskonzept, Brandschutzkonzept, Stellplatznachweis mit Mobilitätskonzept, keine Kapazitätserweiterung ohne entsprechende Baugenehmigungen realisierbar ist.“ Und die können laut Chemies Generalplaner weiter beantragt werden.

Insgesamt ist der Entwurf des Bebauungsplans für Sebastian Goltzsch folglich kein Grund zur Panik – und definitiv kein unverrückbarer Bremsklotz für die weitere Entwicklung von Verein und Sportpark. „Um es einmal klar auszusprechen: Wir sind hier als Chemie kein Opfer, dem mutwillig Steine in den Weg gelegt werden.“ Für den Generalplaner ist klar: „Wir werden weiter hart kämpfen müssen, um das große Ziel zu erreichen – besonders vor dem Hintergrund, dass wir die notwendigen Mittel überwiegend oder gar in Gänze selbst aufbringen müssen. Aber wir haben schon sehr viel erreicht und werden diesen Kampf weiterführen.“

Der Bebauungsplan soll Ende September vom Leipziger Stadtrat beschlossen werden.

…das war es dann wohl???

Offline Zerberus

Antw:AKS
« Antwort #447 am: 14. August 2026, 13:00 »
Das ist schon extrem ernüchternd. Auch wenn S. Goltzsch es versucht positiv zu übersetzen, sehe ich hier für die kommenden Jahre kaum Bewegung.

Offline Tauchaer

Antw:AKS
« Antwort #448 am: 14. August 2026, 15:45 »
Naja, so in etwa habe ich’s leider erwartet, einiges verwundert mich dann doch. Wenn erhaltenswerte Bäume aufgeführt werden und an anderer Stelle in der Stadt für den Ochsenstall ein Wald gerodet werden soll, wird es schon schwierig es zu begreifen. Parkplätze getrennt nach Heim und Auswärts Fans ist schon klar, beim Lärmschutz wird es interessant, hinter dem Gästeblock ok, aber hinter dem Dammsitz? Wenn ich neben einem Sportplatz wohne, der da schon ewig existiert, könnte man darauf kommen, dass es da auch mal laut wird. Aber Gut gesetzliche Vorgaben müssen nun mal eingehalten werden. Wenn es nach einigen aus der Stadt gegangen wäre, würde der Waldparkplatz längst gesperrt sein, kurzfristig war es ja schon gelungen. Wenn man überlegt was in den letzten Jahren sich alles im AKS getan hat, mag ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass man nach und nach die Bedingungen erfüllt, allerdings wird das wohl mindestens ein Jahrzehnt 4999 Zuschauer bedeuten.

Offline UrBöhlener

Antw:AKS
« Antwort #449 am: 14. August 2026, 17:24 »
Diese "Stadtverwaltung" will den Ausbau des AKS unmöglich machen. Plötzlich muss auch hinter dem Norddamm ein Schallschutz errichtet werden, plötzlich sind die Bäume hinter dem Gästeblock unbedingt schützenswert (warum keine Ersatzpflanzung möglich, wie woanders auch ???). Plötzlich liegt alles im Überschwemmungsgebiet und darf nicht geändert werden....

Alles klingt danach, dass die Stadt weitere Baugenehmigungen NICHT mehr genehmigen werden und dem Verein jede Art von Steinen in den Weg leget... Ich sehe da nix positiv... das ist ein Abgesang auf den AKS... zumindest durch die derzeit agierenden Stadtverantwortlichen. Alles andere ist z.Z. Schönfärberei.