Autor Thema: Landespokal  (Gelesen 62446 mal)


Offline Esca

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Re: Landespokal
« Antwort #331 am: 11. Mai 2022, 09:18 »
Siehe die (bekloppte!) SFV-Verordnung zum sächsischen Endspiel. Zitat:

Bei dem Pokalendspiel erhält der Stadionbetreiber grundsätzlich 20 % der Nettoeinnahmen aus
dem Verkauf der Eintrittskarten. Die verbleibenden Nettoeinnahmen teilen sich der Verlierer des
Endspiels und der SFV nach Abzug aller Kosten, Gebühren u.a. zu gleichen Teilen. Reise- und
Fahrtkosten sind von den Beteiligten selbst zu tragen. Bei Spielen mit erhöhtem Sicherheitsri-
siko, bei Pokalendspielen auf neutralem Platz oder aufgrund anderer, besonderer Umstände kann
im Vorfeld dem SFV und dem Gastverein ein gesonderter Finanzplan vorgelegt werden, der vom
SFV- Präsidium zu bestätigen ist. Bei einer Unterdeckung hat der Sieger des Endspieles den
Ausgleich bis zur Höhe der durch den DFB vorgenommenen Zahlungen für die Teilnahme am
DFB-Pokal vorzunehmen. Reicht dieser Betrag nicht aus, tragen der SFV sowie die Endspiel-
teilnehmer den verbleibenden Verlust gleichanteilig


Nachlesbar unter sfv-online.de!

Ein ganz perfides Spiel von Chemnitz. Der Verlierer bekommt die Einnahmen... Wir sind Außenseiter, brauchen daher ohnehin jede Fanunterstützung aber werden aus fadenscheinigen Gründen via Hausrecht beschnitten und erhalten bei einer Niederlage nach Abzug aller Kosten ein kleines Almosen. Nochmal. Jeder Boykottaufruf schadet nachweislich Chemie! Wir brauchen im Finale jede Fanunterstützung um den Titel zu holen. Vor Ort!

Offline Oldmen

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Re: Landespokal
« Antwort #332 am: 11. Mai 2022, 10:22 »
So so. Dann sind wohl jetzt alle Leutzs Cher Chaoten. Dieses extrem linke Clientwl ist genau so Dreck wie der braune Mob bei anderen Vereinen. Und da sind wir wieder beim Sport. Geht zu RSL. Da könnt ihr eure Fantasie befriedigen. Wenn ich mittags in Connewitz die Fleissmeisen im Park sitzen sehe, brauche ich meinem Lok Kollegen nichts mehr über die geile Bsg erzählen. Der kriegt einen Lachanfall.

Offline Zerberus

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Re: Landespokal
« Antwort #333 am: 11. Mai 2022, 11:27 »
Bemerkenswert, was hier in den letzten Tagen und Wochen an "Neulingen" reinschneit. Als bisher stiller Leser geselle ich mich mal dazu  :039:

Die Diskussion "Politik im Stadion - ja/nein" ist mühselig und aus verschiedenen Standpunkten nachvollziehbar zu beantworten.

Ich durfte mir das Schauspiel zum Derby aus der Nähe anschauen und Fakt ist, das Aufschlagen der Polizei - in ihrer ganzen Art und Weise - war so martialisch, wie überflüssig. Das eher links einzuordnende und teils erlebnisorientierte Klientel bei uns ist hinreichend bekannt und die Reaktion vom Norddamm war in allen Belangen vorhersehbar. Hier zu schreiben man solle die Polizei doch einfach ignorieren trifft Ursache und Kern des Problems nicht, da kommt man Jahrzehnte zu spät.

Nein, mit dem Wissen über Situation und Fankultur habe ich mich da als Einsatzleitung mit Fingerspitzengefühl zu entscheiden und nicht wegen einer verdammten Fackel mit Mann & Maus da rein zu marschieren.

Ich hatte kurz die Möglichkeit mich mit einem Polizisten dazu zu verständigen. O-Ton: "Ich weiß auch nicht was das sollte".


In diesem Sinne, auf anregende und sachliche Diskussionen  :bier:


Offline wiederer

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Re: Landespokal
« Antwort #334 am: 11. Mai 2022, 11:40 »
So so. Dann sind wohl jetzt alle Leutzs Cher Chaoten. Dieses extrem linke Clientwl ist genau so Dreck wie der braune Mob bei anderen Vereinen. Und da sind wir wieder beim Sport. Geht zu RSL. Da könnt ihr eure Fantasie befriedigen. Wenn ich mittags in Connewitz die Fleissmeisen im Park sitzen sehe, brauche ich meinem Lok Kollegen nichts mehr über die geile Bsg erzählen. Der kriegt einen Lachanfall.

Nein, alle Leutzscher sind keine Chaoten. Das habe ich auch nicht geschrieben. Genauso kann ich dir nicht sagen, ob Cher zu Chemie geht.
Bei RSL ist "Politik im Stadion" also ok? Wo trennst du da? Bei welchen Vereinen soll "Politik im Stadion" zugelassen sein, bei welchen nicht?
Du solltest dir vielleicht auch überlegen, ob du alle neuzeitlichen Erlebnisse bei der BSG ohne "diese linke Klientel" erlebt hättest. Übrigens kenne ich genügend Frauen und Männer, egal ob Familienblock, Norddamm oder Dammsitz, die "links" sind, einer "spießigen" Tätigkeit (z.B. Lehrer) nachgehen und in Ihrer Fanatasie dein Fleissmeisen-Schubladendenken zutiefst verabscheuen.

Offline wiederer

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Re: Landespokal
« Antwort #335 am: 11. Mai 2022, 11:53 »
Bemerkenswert, was hier in den letzten Tagen und Wochen an "Neulingen" reinschneit. Als bisher stiller Leser geselle ich mich mal dazu  :039:

Die Diskussion "Politik im Stadion - ja/nein" ist mühselig und aus verschiedenen Standpunkten nachvollziehbar zu beantworten.

Ich durfte mir das Schauspiel zum Derby aus der Nähe anschauen und Fakt ist, das Aufschlagen der Polizei - in ihrer ganzen Art und Weise - war so martialisch, wie überflüssig. Das eher links einzuordnende und teils erlebnisorientierte Klientel bei uns ist hinreichend bekannt und die Reaktion vom Norddamm war in allen Belangen vorhersehbar. Hier zu schreiben man solle die Polizei doch einfach ignorieren trifft Ursache und Kern des Problems nicht, da kommt man Jahrzehnte zu spät.

Nein, mit dem Wissen über Situation und Fankultur habe ich mich da als Einsatzleitung mit Fingerspitzengefühl zu entscheiden und nicht wegen einer verdammten Fackel mit Mann & Maus da rein zu marschieren.

Ich hatte kurz die Möglichkeit mich mit einem Polizisten dazu zu verständigen. O-Ton: "Ich weiß auch nicht was das sollte".


In diesem Sinne, auf anregende und sachliche Diskussionen  :bier:

Alles korrekt: Die Ereignisse am Norddamm waren vorhersehbar und vermeidbar, aber sie sind nachvollziehbar und dennoch zutiefst zu verabscheuen und abzulehnen!

Ach ja: Das angedeutete Fingerspitzengefühl musste man (leider?!) vorm Gästeblock beobachten, aus dem heraus Menschen ohne Konsequenzen mit Leuchtspur beschossen wurden... natürlich muss sich dazu auch ein Verein 3 Tage danach nicht äußern. Alles spitze.
« Letzte Änderung: 11. Mai 2022, 13:52 von wiederer »

Offline Meinereiner

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Re: Landespokal
« Antwort #336 am: 11. Mai 2022, 12:13 »
@wiederer es bringt mehr, wenn man solche Leute wie Oldmen ignoriert. Der wartet nur darauf, dass jemand einsteigt um seinen Mist dann jedes mal aufs Neue zu schreiben. Zum Glück kommt diese Zustände, wie er sie sich wünscht, nie wieder. Ich gehe seit 1984 zu Chemie, und ich finde unsere heutige Chemie ist die beste aller Zeiten. Mir hat gestern auch so ne Type erzählt, dass er immer zum FC Sachsen gegangen ist. Aber seit die "Zecken" dort übernommen haben, geht er nicht mehr nach Leutzsch. Ich denke auf solche Leute können wir verzichten und müssen dankbar sein, dass es da klare Verhältnisse im Stadion gibt.

Offline Zerberus

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Re: Landespokal
« Antwort #337 am: 11. Mai 2022, 13:30 »

Ach ja: Das angedeutete Fingerspitzengefühl musste man (leider?!) vorm Gästeblock beobachten, aus dem heraus Menschen ohne Konsequenzen mit Leuchtspur beschossen wurden... natürlich muss sich dazu auch ein Verein 3 Tage danach nicht äußern. Alles spitze.

Der Einsatz bzw. Nichteinsatz vor'm Block der Lokisten war erstmal unverständlich, im Nachhinein in seiner Intention aber durchaus nachvollziehbar. 500 Personen, dicht gedrängt und ohne Möglichkeit die wirklichen Täter herauszufiltern. Wie gehst du da als Einsatzleitung rein? Alles oder nichts? Schwierig in so ner Mausefalle. Das wäre mind. genauso eskaliert wie am Norddamm, nur ohne materielles Beiwerk. Ich erinnere mich, dass gegen Zwickau kräftig mit dem Wasserwerfer durchgewischt wurde. Nicht mal das wollte man hier offenbar riskieren.

Am Norddamm kam es gar nicht so weit, da war der Zug in Sichtweite bereits Mode, ohne selber schon konkret aktiv geworden zu werden.
« Letzte Änderung: 11. Mai 2022, 13:34 von Zerberus »

Offline wiederer

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Re: Landespokal
« Antwort #338 am: 11. Mai 2022, 14:58 »
Der Einsatz bzw. Nichteinsatz vor'm Block der Lokisten war erstmal unverständlich, im Nachhinein in seiner Intention aber durchaus nachvollziehbar. 500 Personen, dicht gedrängt und ohne Möglichkeit die wirklichen Täter herauszufiltern. Wie gehst du da als Einsatzleitung rein? Alles oder nichts? Schwierig in so ner Mausefalle. Das wäre mind. genauso eskaliert wie am Norddamm, nur ohne materielles Beiwerk. Ich erinnere mich, dass gegen Zwickau kräftig mit dem Wasserwerfer durchgewischt wurde. Nicht mal das wollte man hier offenbar riskieren.

Am Norddamm kam es gar nicht so weit, da war der Zug in Sichtweite bereits Mode, ohne selber schon konkret aktiv geworden zu werden.

Du hast völlig Recht. Ich habe daher meinen Eintrag oben korrigiert. Natürlich geht man da nicht rein. Der Schaden wäre ungleich größer gewesen.

@wiederer es bringt mehr, wenn man solche Leute wie Oldmen ignoriert. Der wartet nur darauf, dass jemand einsteigt um seinen Mist dann jedes mal aufs Neue zu schreiben. Zum Glück kommt diese Zustände, wie er sie sich wünscht, nie wieder. Ich gehe seit 1984 zu Chemie, und ich finde unsere heutige Chemie ist die beste aller Zeiten. Mir hat gestern auch so ne Type erzählt, dass er immer zum FC Sachsen gegangen ist. Aber seit die "Zecken" dort übernommen haben, geht er nicht mehr nach Leutzsch. Ich denke auf solche Leute können wir verzichten und müssen dankbar sein, dass es da klare Verhältnisse im Stadion gibt.

Auch das ist völlig richtig! Ich habe in den letzten Tagen versucht, mich zurückzuhalten. Die Ereignisse und die Konsequenzen daraus sind in Ihren Zusammenhängen komplex und regen mich richtig auf. Es sind die Vorkommnisse neben dem Norddamm und die Ambivalenz aus "zu erwarten", "zu verhindern", "nachvollziehbar" und "beschämend". Es ist auch der Fakt, dass dies alles wieder auf gewohnte Art und Weise ausgeschlachtet wird. Es ist zum kotzen, das offensichtliche Kausalketten überhaupt keine Rolle in der Betrachtung spielen.

Auf dem Abstellgleis steht was davon, dass wir hier nichts aufarbeiten und nicht selbstkritisch sind. Gehts noch? Gibt es von offizieller Lok-Seite ein Statement? Offensichtlich waren die Schreiberlinge gar nicht im Block bzw. geben das einige auch zu. Ich wage zu behaupten, dass es ohne Leuchtspuren vielleicht nie zu diesen Auseinandersetzungen gekommen wäre. Nochmal, da schießen Leute Leuchtspuren! Ist das normal? In welchem Stadion ist das normal? Bei welchem Derby? Und keiner im Block unternimmt etwas dagegen! Kein Spieler läuft da mal hin und zeigt denen den Vogel. Es steht in der Zeitung und im Forum und es fühlt sich "normal" an... ist halt so beim Derby. Und jetzt bin ich noch nicht mal auf die Faschos eingegangen, die dort standen.

Offline Zerberus

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Re: Landespokal
« Antwort #339 am: 11. Mai 2022, 15:45 »

Auch das ist völlig richtig! Ich habe in den letzten Tagen versucht, mich zurückzuhalten. Die Ereignisse und die Konsequenzen daraus sind in Ihren Zusammenhängen komplex und regen mich richtig auf. Es sind die Vorkommnisse neben dem Norddamm und die Ambivalenz aus "zu erwarten", "zu verhindern", "nachvollziehbar" und "beschämend". Es ist auch der Fakt, dass dies alles wieder auf gewohnte Art und Weise ausgeschlachtet wird. Es ist zum kotzen, das offensichtliche Kausalketten überhaupt keine Rolle in der Betrachtung spielen.

Auf dem Abstellgleis steht was davon, dass wir hier nichts aufarbeiten und nicht selbstkritisch sind. Gehts noch? Gibt es von offizieller Lok-Seite ein Statement? Offensichtlich waren die Schreiberlinge gar nicht im Block bzw. geben das einige auch zu. Ich wage zu behaupten, dass es ohne Leuchtspuren vielleicht nie zu diesen Auseinandersetzungen gekommen wäre. Nochmal, da schießen Leute Leuchtspuren! Ist das normal? In welchem Stadion ist das normal? Bei welchem Derby? Und keiner im Block unternimmt etwas dagegen! Kein Spieler läuft da mal hin und zeigt denen den Vogel. Es steht in der Zeitung und im Forum und es fühlt sich "normal" an... ist halt so beim Derby. Und jetzt bin ich noch nicht mal auf die Faschos eingegangen, die dort standen.

Das kann ich absolut unterschreiben.

Ich lese selber parallel im Lok-Forum. Ungeachtet dessen, dass das aus orthografischer Sicht Kraftakt und Zumutung zugleich ist, gibt es schon den ein oder anderen, der dort recht objektiv und selbstkritisch schreibt. Die Seitendhiebe bleiben natürlich nicht aus, weil die halt scheiße sind... und wir auch  :lol
Ein Großteil ist aber wirklich unterste Schublade. Intellektuell wie auch menschlich einfach nur primitiv und peinlich. Es kostet schon einiges an Zurückhaltung, sich dort nicht anzumelden und zum Rundumschlag auszuholen :banghead: Da man sich jedoch bei den meisten fragt, wer denen morgens die Schuhe zubindet, wäre das wohl ein Fass ohne Boden.

Grundproblem im Stadion ist das Credo: Polizei (= Staatsgewalt) = Provokation!

In anderen Vereinen ist das ungleich weniger der Fall, jedoch ist es ein Unterschied, ob du 50.000 oder eben nur 5.000 im Stadion hast. Was denkt ihr denn, wie es in der 1. und 2. Liga z.T. kracht!? Dagegen war das hier Kindergeburtstag. Aber zum einen geht es dort in der Masse unter und zum anderen wird es Medial so gut es geht unter'm Tisch gehalten. Die schöne, heile Welt der Hochglanzliga. Wenn's dann mal richtig eskaliert (HSV-Abstieg, Gladbach-Köln u.a.) ist dann natürlich auch das nicht mehr möglich und selbst da wird die Berichterstattung auf das Notwendigste reduziert. Die "gerngesehenen", unterklassigen Kriminellen aus dem Osten werden hingegen gerne genommen und ausgeschlachtet, der Pöbel eben.

Erschrocken war ich bereits beim Spiel gegen Jena, was da an Polizei aufgefahren wurde. Erstmals wieder mit Gästefans und in Erwartung von Sodom und Gomorra? Hier liegt der Fehler schon im Ansatz. Ich kam mir vor wie beim Belgrader Derby, Roter Stern gg. Partizan. Was soll denn das? Da kann man die Polizei zehnmal als Staatsmacht und "Chef im Ring" bezeichnen, das wird immer und immer wieder als unnötige Provokation gewertet werden. Heute, wie damals. Bei Chemie, wie auch in Unterhaching.

« Letzte Änderung: 11. Mai 2022, 15:50 von Zerberus »

Offline Schreber

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Re: Landespokal
« Antwort #340 am: 11. Mai 2022, 17:02 »
Da kann man die Polizei zehnmal als Staatsmacht und "Chef im Ring" bezeichnen, das wird immer und immer wieder als unnötige Provokation gewertet werden. Heute, wie damals.

Na ja, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Nehmen wir zunächst "damals".

Z. Bsp. "damals" 1984 bei Union im Entscheidungsspiel in der Wuhlheide. Erst hatten sich Unioner oberhalb unseres Blockes eingenistet, dann brüllten sie "Ihr kommt hier nicht mehr lebend raus!", was sonst Folklore ist, an diesem Tage aber eine gewisse Wertigkeit hatte. Zur Untermalung der Ansage wurden in unseren Block abgebrochene Wein- und Bierflaschen geworfen. Am Kopf Gettroffene gingen unweit von mir blutend zu Boden. Vielleicht würden einige hier nicht mehr mitschreiben können, wenn es bei diesem Spiel keine Polizei gegeben hätte.

Und wenn sich in Chemnitz am 21. Mai ein brisantes Geschehen entwickeln sollte, wofür momentan einiges spricht, dann erwarte ich, daß mitreisende Chemiker (Frauen, Kinder, Ältere usw.), die keinen Mitgliedsausweis im Kraftsportstudio haben, im Notfall geschützt werden.

PS: Im Übrigen vermisse ich Jan Meurer sehr. Gerade jetzt. Mir wäre viel an seiner Meinung gelegen.

Offline Esca

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Re: Landespokal
« Antwort #341 am: 11. Mai 2022, 17:30 »
Na ja, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Nehmen wir zunächst "damals".

Z. Bsp. "damals" 1984 bei Union im Entscheidungsspiel in der Wuhlheide. Erst hatten sich Unioner oberhalb unseres Blockes eingenistet, dann brüllten sie "Ihr kommt hier nicht mehr lebend raus!", was sonst Folklore ist, an diesem Tage aber eine gewisse Wertigkeit hatte. Zur Untermalung der Ansage wurden in unseren Block abgebrochene Wein- und Bierflaschen geworfen. Am Kopf Gettroffene gingen unweit von mir blutend zu Boden. Vielleicht würden einige hier nicht mehr mitschreiben können, wenn es bei diesem Spiel keine Polizei gegeben hätte.

Und wenn sich in Chemnitz am 21. Mai ein brisantes Geschehen entwickeln sollte, wofür momentan einiges spricht, dann erwarte ich, daß mitreisende Chemiker (Frauen, Kinder, Ältere usw.), die keinen Mitgliedsausweis im Kraftsportstudio haben, im Notfall geschützt werden.

PS: Im Übrigen vermisse ich Jan Meurer sehr. Gerade jetzt. Mir wäre viel an seiner Meinung gelegen.

Geschichten machen nur Sinn, wenn man auch die Vorgeschichte erzählt. Da wären wir wieder bei der Kausalkette... "An der Mittellinie loslegen" ist auch nur das halbe Spielfeld. Halten wir einfach mal fest: die Polizei hatte vor den Ausschreitungen den nordwestlichen Teil des Norddamms angegriffen und dafür die brutale Quittung kassiert. Muss man nicht gut finden, gehört aber zur gesamten Wahrheit dazu.

Ich kenne die Erzählungen von diesem Relegationshinspiel 1984 bei Union Berlin. Die Chemiker aus dem Sonderzug haben damals weit vor dem Spiel Unionfans am Stadion und im Viertel  extrem zusammengefaltet, Fahnen und Schals gezogen und die Wuhlheide in Aufruhr versetzt. Diese Tatsache, die Ereignisse beim Punktspiel am letzten Spieltag (0:2 in Leutzsch), der damalig sehr stark ausgeprägte Hass zwischen Sachsen und Preußen und das für Union schlechte 1:1 - Endergebnis haben die Situation nach Abpfiff am bzw. im Gästeblock eskalieren lassen. Nicht das erste und auch nicht das letzte Mal wenn Chemie gegen Berliner Vereine spielte. Auch unser Ortsrivale hat dahingehend eigene Storys auf Lager.
« Letzte Änderung: 11. Mai 2022, 17:31 von Esca »

Offline Klemme66

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Re: Landespokal
« Antwort #342 am: 11. Mai 2022, 18:17 »
Na ja, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Nehmen wir zunächst "damals".

Z. Bsp. "damals" 1984 bei Union im Entscheidungsspiel in der Wuhlheide. Erst hatten sich Unioner oberhalb unseres Blockes eingenistet, dann brüllten sie "Ihr kommt hier nicht mehr lebend raus!", was sonst Folklore ist, an diesem Tage aber eine gewisse Wertigkeit hatte. Zur Untermalung der Ansage wurden in unseren Block abgebrochene Wein- und Bierflaschen geworfen. Am Kopf Gettroffene gingen unweit von mir blutend zu Boden. Vielleicht würden einige hier nicht mehr mitschreiben können, wenn es bei diesem Spiel keine Polizei gegeben hätte.

Und wenn sich in Chemnitz am 21. Mai ein brisantes Geschehen entwickeln sollte, wofür momentan einiges spricht, dann erwarte ich, daß mitreisende Chemiker (Frauen, Kinder, Ältere usw.), die keinen Mitgliedsausweis im Kraftsportstudio haben, im Notfall geschützt werden.

PS: Im Übrigen vermisse ich Jan Meurer sehr. Gerade jetzt. Mir wäre viel an seiner Meinung gelegen.

ich glaube, du verwechselst da was. Im Entscheidungsspiel konnten wir unseren Block sauberhalten, abgesehen, dass unterhalb unseres Blocks noch Unioner standen, getrennt durch eine Bullenkette. Vielleicht meinst du das normale Punktspiel Dezember 1983, da standen Unioner über uns, neben uns und auch unter uns. Wir waren regelrecht eingekesselt und standen auch nur mit ca. 120 Mann auf verlorenem Posten. Da wurden wir regelrecht auseinander geprügelt. Auf der Rückfahrt im Zug waren wir dann merkwürdigerweise um die 250 Leute. Allerdings gebe ich dir Recht, ohne die Bullen wären wir wohl nach dem Entscheidungsspiel gelyncht worden. Die abgebrochenen Flaschen, Steine etc. kamen nach dem Spiel aus dem Wald, hinter dem Block. Ein Wunder, dass die nicht den Zaun umgekippt haben und den Hang hochgekommen sind.

Offline Scherben und Steine

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Re: Landespokal
« Antwort #343 am: 11. Mai 2022, 19:06 »
@klemme66. Ja, ich meine schon, dass Du auf der richtigen Fährte bist. Nach meiner Erinnerung war jedoch der Stress beim 0:0 im Dezember 1979. Nach den Vorfällen vom Oktober 1981 (im AKs, Pokal) waren die Union-Chemie-Spiele selbst zu ddr-Zeiten Hochsicherheitsspiele. Bei der Niederlage in der Saison 1983/84 in der Wuhlheide war m.E. (Erinnerungen können heimtückisch sein!) weitgehend Ruhe.

Mal was anderes. Gestern wollte ich schon schreiben, dass man zum Relegationsspiel bei Union nur mit Eintrittskarte anreisen konnte. Trotzdem waren der Sonderzug und alle anderen Züge nach Ost-Berlin brechend voll. Frage: Gab es damals ein Kontingent für uns? Und wie sah das für die Unioner bei uns aus? Ich bin mir da nicht so sicher. Scheinbar war damals selbst der totalitäre DDR-Staat mit seinen Helfershelfern beim DFV konzilianter als  ..., naja auf Vergleiche mit Gegenwartsbezug verzichte ich. (Beim Union-Sieg in Chemnitz anno 198?? (1986 oder 1987) ging es für die Karl-Marx-Leute um Nichts mehr. Wie titelte die FUWO nach dem Klassenerhalt des 1.FC Union in der Nachspielzeit: "Und dann sprach der liebe Gott: ich bin ein Unioner".  Damals war in dem Stadion in K-M-St. (in dem ohne Aschenbahn) mindestens die Hälfte aus Berlin. - Vielleicht ist dies ein Trauma, an dem die Karl-Murx-Leute heute noch knabbern.

Über mögliche Schlagzeilen in der lvz am 23. Mai schreibe ich aber nun nichts.  :rolleyes:

Offline Schreber

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Re: Landespokal
« Antwort #344 am: 11. Mai 2022, 19:46 »
@Scherben und Steine

Ich kann mich nicht erinnern, bereits mit Karte nach Berlin gefahren zu sein. Am Samstag war ja das 0:2 in Leutzsch und, wenn ich mich nicht gänzlich täusche, bereits am Mittwoch das Spiel in Berlin. Samstag drauf dann wieder in Leutzsch. Dreimal in einer Woche ... Dreimal ausverkauft. Lange Zeit dann Stadionrekord (22.000) in der Alten Försterei. Sicherheitshalber war ich zum Berlin-Spiel bereits am Dienstag angereist.

@Klemme66

Du hast recht, in einer Hinsicht habe ich mich getäuscht, - die Flaschen kamen von unten. Aber sie kamen. Noch vor Anpfiff. Ich selbst bin damals zum Einsatzleiter der Bereitschaftspolizei gegangen. Werde nie vergessen, wie der meinte: "Die Ordnung und Sicherheit sind gewährleistet", obwohl Flaschen flogen. Die Union-Werfer habe ich nicht wegen der Situation 1979 in Leutzsch fälschlicherweise über uns verortet, sondern weil ich während des Entscheidungsspiels bemerkte, wie sich während des Spieles ganz oben an der Blockkante, also über uns, mehr und mehr Unioner (ohne Fanutensilien) ansammelten, so daß ich für das Spielende Schlimmstes befürchtete.

Aber das ist alles lange her.

Was man aber für den diesjährigen 21. Mai mitnehmen kann, ist vielleicht dies: Damals im Mai hat man in einer schwierigen Situation eine großartige Leistung vollbracht. Hansi stand wieder mal richtig.

Möge es diesmal im Mai in Chemnitz ebenfalls gut gehen ...