Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass heute viel zu holen ist. Ich glaube auch nicht, dass wir heute 1:0 verlieren – das ist schon mal das Erste, was heute nicht eintreffen wird. Ich rechne eher mit einem deutlich höheren Ergebnis.
Trotzdem glaube ich, dass wir nach sieben Spieltagen am Ende wieder nur mit einem Tor dastehen werden und sich spielerisch nicht wirklich etwas verändert hat – weder beim Spielaufbau noch bei der Chancenerarbeitung.
Wenn wir ehrlich sind, weiß ich auch nicht, was Herr Schmidt immer von den „drei Wucherchancen“ erzählt. Ich hatte ja bereits nach Magdeburg geschrieben, dass viele dieser Situationen keine wirklich herausgespielten Chancen waren. Da war zum Beispiel die Ecke kurz vor Schluss, aus der fast ein Tor entstanden wäre. Aber auch die war nicht selbst herausgespielt. Vieles war eher Zufall. Und nichts gegen Philipp Kühn, aber auch seine Möglichkeiten waren jetzt nicht unbedingt Chancen, bei denen man sagen konnte: Das sind hundertprozentige Dinger.
Den Elfmeter für uns muss man natürlich geben. Aber das ganze Gerede rund um dieses Spiel, die Interviews und die ganzen Floskeln, die anschließend geklopft werden, sind für mich doch ein bisschen weit weg von der Realität.
Natürlich möchte man die Mannschaft bei Laune halten und sie nach sechs Spieltagen nicht komplett fertig machen. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass viele die aktuelle Situation noch nicht realistisch einschätzen. Und genau daran muss meiner Meinung nach dringend gearbeitet werden: Wie schaffen wir es überhaupt, uns regelmäßig echte Torchancen herauszuspielen?
Wenn man sich anschaut, dass unser bisher einziges Tor aus einem Freistoß entstanden ist, sagt das eigentlich schon genug.
Ich bin Chemiker durch und durch und drücke natürlich trotzdem immer die Daumen – völlig unabhängig davon, wie die Situation gerade aussieht. Aber mir fehlt für heute einfach ein bisschen der Glaube daran, dass wir hier einen Punkt holen oder überhaupt ein Tor schießen.
Trotzdem sehen wir uns in Fürstenwalde und hoffen natürlich auf das Beste. Denn wenn es so weitergeht, wird es mit Blick auf die kommenden Wochen sicherlich nicht einfacher. Neudorf dürfte vermutlich noch die vermeintlich leichtere Aufgabe sein, bevor mit Zwickau und Chemnitz zwei Mannschaften warten, die vom Personal her bombastisch besetzt sind und damit noch einmal eine andere Herausforderung darstellen. Gerade Chemnitz ist momentan Tabellenführer und knallt aktuell alles weg, was ihm vor die Füße kommt.
Vielleicht schaffen wir es im Pokal eine Runde weiter. Aber wenn sich spielerisch nichts verändert und wir nicht endlich die Kurve kriegen, sehe ich uns auch nach diesen Spielen weiterhin mit gerade einmal einem Punkt und einem Tor dastehen – und damit natürlich auch weiter als Tabellenletzten.
Also: Daumen drücken, hoffen wir auf das Beste – und bis später in Fürstenwalde!