Da ja in letzter Zeit (Mitgliederabend, Newsletter und App) auch um die finanziellen Herausforderungen für die Kapazitätserweiterung diskutiert wurde, ein paar Gedanken dazu.
Die Ausgangslage ist ja, daß die Stadt Leipzig Eigentümer des AKS ist und wir dort nur Nutzer sind. Die Stadt Leipzig wird in das eigentliche Stadion nichts investieren, um eine höhere Kapazität zu erreichen. Das ist aus meiner Sicht ein Fakt. Sicher gab es einige Projekte, die gefördert wurden, wie der behindertengerechte Zugang zum Dammsitz oder auch die denkmalgerechte Sanierung der Tribüne. Aber Großprojekte, wie z.B. Flutlicht oder jetzt auch eine eventuelle Schallschutzwand finanziert die Stadt als Eigentümer nicht. Vielleicht gibt es noch irgendwo einen Fördertopf für Schallschutzmaßnahmen, aber das werden sicherlich keine wirklichen Größenordnungen sein, sonst wäre das bei unseren Gremien im Gespräch.
Daraus folgt, daß wir als Verein diese finanziellen Lasten selber schultern müssen.
Dazu hat unser GF 2 Möglichkeiten zur Diskussion gestellt, wie der Weg sein könnte.
1. Die Ausgliederung der 1.Herren mit kompl. Ticketing + Teile der Fanshopeinnahmen in eine Spielbetriebs GmbH
2. Die Bildung einer Genossenschaft
Das finanzielle Ziel ist leichter Darlehen zu erhalten, die man als Verein nur sehr schwer bekommt.
Aus meiner Sicht sind beide Optionen bei der heutigen Lage nicht so sinnvoll, weil die Voraussetzungen einfach nicht passen.
Zu 1. : Eine Spielbetriebs GmbH ist für den reinen Spielbetrieb zuständig und nicht für den Ausbau des Stadions. Das macht rein logisch keinen Sinn, denn der e.V. bleibt weiterhin Nutzer des Stadions. Warum sollte eine SpielbetriebsGmbH dann ein Darlehen für den Stadionausbau aufnehmen? Denn das ist ja nicht die Aufgabe der GmbH.
Zu 2. Die Bildung einer Genossenschaft hat schon einen gewissen Charme. Allerdings muss man dafür eine klare Aufgabe der Genossenschaft definieren. Dazu gehört dann auch ein Vorstand, Satzung uva.
Da ja das Beispiel St.Pauli angesprochen wurde, sind dort die Voraussetzungen auch vollkommen anders. Dort gehört das Stadion dem Verein allerdings steht es auf Grund und Boden der Stadt Hamburg. Die e.G. dort wurde gegründet, um den Betrieb des Stadions einschl. Investitionen, Sanierungen usw. zu realisieren.
In unserer jetzigen Situation können wir so gar nicht agieren, weil wir nur Nutzer des AKS sind.
Der erste Schritt müsste dann sein, einen Pachtvertrag auf Erbrecht mit der Stadt zu schließen. Das könnte dann über eine Laufzeit von 99 Jahre laufen.
Wenn wir so einen Pachtvertrag haben, könnten wir das Grundstück sogar beleihen. Aber wichtiger wäre dann, daß wir eine Stadion Genossenschaft gründen könnten, die ähnlich wie bei St.Pauli agieren könnte. Natürlich werden wir nicht auf die hohen Zahlen kommen wie dort, aber es wäre eine Möglichkeit den Stadionausbau zu finanzieren.
Der Vorteil wäre, gerade für einen Verein, wie wir es sind, daß viele Fans , Mitglieder oder auch Sponsoren Genossenschaftsanteile erwerben können und so alles in eigener Hand bleibt.
Statt einer Genossenschaft könnte auch eine Sportstätten GmbH gegründet werden, aber auch da wäre der Pachtvertrag zwingend notwendig. Damit sind zwar die Mitglieder über den e.V. mit involviert, aber eben nicht selber als eigenständige Person.