@Dantel:
Das es hier auf Grund der Besonderheit des Spiels und damit einhergehend deutlich mehr Publikum zu Wahrnehmungsverschiebungen kommen kann ist doch vollkommen klar. Deshalb schrieb ich abschließend auch von einer "Momentaufnahme". Schon allein deshalb war das auch nicht mein letzter Besuch dort. Ich werde das weiter verfolgen, mich interessiert sowas, das drumherum.
Trotzdem lässt sich auch unter diesen Rahmenbedingungen eine gewisse Tendenz erkennen. Es liegt mir dabei fern, das "alte" Klientel dort schön zu reden, geschweige denn zu rechtfertigen. Ein solcher Eindruck soll hier nicht entstehen.
Die Stasi-Vergangenheit blende ich keineswegs aus, nur sind meine Befindlichkeiten andere. Wie @Halbschuh ganz richtig schreibt, haben Prägungen aus Kinder- & Jugendtagen für die individuelle Wahrnehmung eine volkommen andere- & ganz entscheidenden Bedeutung. Gleichwohl bin auch ich der Meinung, dass es hier nichts zu vergessen gibt und stets der kritische Diskurs zu suchen ist.
Ansonsten halte ich es wie u.a. @Esca. Ich gehe nicht nur zum Fußball, um mich dort hinzusetzen und das Spiel zu sehen, Fußball ist viel mehr. Das ganze Drumherum, die Befindlichkeiten untereinander usw. Fußball ist immer auch eine Spirale. Wir erfreuen uns an guter Stimmung, an Choreos, sinnvoll eingesetzter Pyro... das alles birgt Emotionen und Leidenschaft inne und wo Emotionen, doofe Gegner und schlechte Schiris sind, da belöffelt man sich auch mal und wenn's ganz kurios wird, gibt's ggf. auch mal was auf die Nase! Soweit muss es natürlich nicht kommen, ist aber die nicht unlogische Konsequenz einer Wirkungskette.
Und sind wir doch mal ehrlich, das war in den 80er und 90er Jahren bei weitem schlimmer. Was da für Schlachten geschlagen wurden, dagegen sind die paar Kanthölzer, die beim Derby geflogen sind, doch Kindergeburtstag. Gerade in Deutschland ist doch in der Hinsicht kaum noch was los. Da wird aus dem Dresdner Abstieg wieder ein riesen Ding gemacht, weil da ein paar Fackeln auf's Feld geflogen sind. Meine Güte, fahrt mal gen Osten, da habt ihr solche Verhältnisse beim Damen-Volleyball!
Ich schweife gerade vollkommen ab ...
Ich habe vor Vereinen wie dem FC Eilenburg den allergrößten Respekt und natürlich ist es bedauerlich, wenn die nun absteigen. Was dort für Arbeit geleistet wird ist herausragend und verdient den entsprechenden Erfolg. Trotzdem, als Gegner sind die sterbenslangweilig.
Das meinte ich mit meiner Frage im Bericht - "Was bin ich für ein Fußballfan?" (...oder Damen-Volleyball?)

Mit meiner Erinnerung deckt sich das nicht. Ich habe die BFC-Fans als Rechtsradikale in Erinnerung, denen ein entsprechender Ruf voraus eilte, wobei mein Vater meint, die Union Fans seien die schlimmsten gewesen.
Wie es in den 90ern war, da kann ich leider nichts zu sagen, aber heute?
Die nehmen sich beide nichts, um es mal stupide auf den Punkt zu bringen. Für Union Berlin herrscht aber seit vielen Jahren diese gewisse Grundsympathie des Underdogs. Der traditionsreiche Emporkömmling. Da fragt irgendwie auch keiner mehr, wer oder was sich dort rumtreibt.
Ich würde mal folgende These aufstellen. Du hast heute bei Union mindestens genau so viel politisch verirrte wie beim BFC, wenn nicht sogar deutlich mehr.
Nur 500 unter 2.000 ist ne ganz andere Wahrnehmung als 500 unter 20.000. Selbst 1.000 unter 20.000 würden bei weitem nicht so unter's Radar fallen wie das in den Größenverhältnissen beim BFC der Fall ist.
Davon abgesehen, dass du das "Drumherum" aus der 1. Liga heute längst nicht mehr so mitgeteilt-, geschweige denn zu sehen bekommst. Ich will mir gar nicht ausmalen, was da bei den Spielen gegen Hertha z.T. los ist. Gehört hat man davon nicht viel.