Autor Thema: Regionalliga (4. Liga)  (Gelesen 108068 mal)

Offline Artchi

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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #735 am: 02. Januar 2019, 14:58 »
..dann sind wir wieder Mitte, wie dereinst mit Wattenscheid und Schalke II, Köln II, WOB II, BVB II....orr nee..
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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #736 am: 02. Januar 2019, 15:15 »
..dann sind wir wieder Mitte, wie dereinst mit Wattenscheid und Schalke II, Köln II, WOB II, BVB II....orr nee..

Die meisten Zweitvertretungen gibt’s nicht mehr.
Gegner wie bspw. Kickers Offenbach oder Waldhof Mannheim haben ihren Reiz.
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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #737 am: 02. Januar 2019, 19:55 »
Wenn man bei der anstehenden Reform tatsächlich Mehrheiten gewinnen will, kann es doch nicht um die Durchsetzung von Einzelinterressen  gehen. Man muss schon das große Ganze im Auge behalten und einen für die Mehrheit gangbaren und praktikablen Kompromiss anstreben.
Die zerschlagung des Nofv erfüllt dieses Kriterium nicht, wie ich beschrieben habe.

Was koennte eine Alternative sein?

Ausgangspunkt der langen Diskussion war ja der Slogan „Meister müssen aufsteigen!“
Das Problem: 6 Mannschaften spielen 3 Aufstiegsplätze in Endspielen aus gemäß der Vorgabe von
Flächen und Mannschaftszahken im jeweiligen Verbandsgebiet. 56 Tsd Mannschaften im dfb teilen sich auf


Nord      9185  Teams   64,5 Tsd km2
Nofv.      9342 Teams 109 Tsd km2 (die bespielte Fläche ist gut 1/3 kleiner weil es keine Teams aus MV und Nord Brandenburg in die Regionalliga schaffen)
Bayern   8414 Teams 70,5 Tsd   km2
West      12450 Teams  34 Tsd km2
Südwest 16500 Teams  79 Tsd km2

Südwest erhielt durch die überproportional hohe Zahl von Mannschaften einen zweiten Aufstiegsplatz,

Mein Vorschlag einer Regio Reform:

Beibehaltung der 5 Regiostaffeln bei neuzuschnitt des Südwestens. Aufstockung der 3 Liga auf 22 Teams mit 5 Absteigern. Alle Meister der Regionalligen steigen auf

Sinnvoll wäre das Verbandsgebiet Württemberg Bayern zuzuschlagen, damit der überproportional hohe Mannschaftsanteil im Südwesten gesenkt wird und so der 6 Aufstiegsplatz entfallen kann. De facto macht es von den Entfernungen keinen Unterschied ob die Clubs aus Württemberg in der Südwest Staffel oder in Bayern spielen, so fahrt zb Stuttgart II in dieser Saison im Schnitt 173 km zu den  Auswärtsspielen. Würde VfB II künftig mit anderen Württemberger Clubs wie Kickers , Ulm, Balingen und Vfr Aalen mit den anderen aktuellen bayrischen Teams der Plätze 1-13 spielen , würden sie  exakt auch nur 173 km zu den Auswärtsspielen fahren müssen. Ähnliches gilt auch für ambitionierte schwäbische oberligisten wie Reutlingen und Göppingen , die  aufsteigen wollen. Wenn man angliedern möchte, dann bitte Württemberg mit Bayern , denn die Fahrstrecken bleiben für alle Beteiligten in etwa gleich. Zudem ist Württemberg ja landsmannschaftlich als Gebiet der Schwaben auch im Westteil bayerns  als eigner Regierungsbezirk Schwaben verankert , dh Aschaffenburg, Memmingen illertissen und Augsburg sind schwäbische Clubs, so dass es eine Vielzahl möglicher Derbys mit guten Zuschauerzahlen geben kann.

Da die alte Südstaffel ohnehin mit Mannschaften gefüllt ist, die in die 3 Liga aufsteigen wollen (Saarbrücken , Homburg, Elbersberg, Offenbach, Mannheim, Ulm, die zweitmannschften von Stuttgart hoffenheim Mainz Freiburg nebst Traditionsklubs wie Kassel, Stuttgarter Kickers, Reutlingen,Trier , Koblenz und Gießen) macht es für die Württemberger doch  auch strategisch Sinn in die bayernstaffel zu wechseln, da es dort weit weniger Kandidaten für den Aufstieg in Liga 3 gibt.

Das ergibt folgenden Zuschnitt

Nord         9185 Teams     Fläche 64,5 Tsd km2
Nofv.        9345 Teams.    Fläche 109 Tsd. Km2
West        12450 Teams    Fläche 34 Tsd. Km 2
Südwest    12300 Teams   Fläche 61,5 Tsd km2 (ohne Württemberg)
Südost     12400 Teams   Fläche 88,5 Tsd km2 (Bayern & Württemberg)

Zwar gibt es jetzt noch ein gewisses Ungleichgewicht, dennoch überwiegen m.e. die Vorteile gegenüber der alten Regelung . Alle 5 Regionalliga Meister steigen auf bei  nahezu gleichbleibenden Fahrtstrecken für alle Clubs.

Auch für die Drittligisten sollte dieser Weg gangbar sein.
Von derzeit 4 erhöht  sich  die Zahl der Absteiger zwar auf 5, allerdings erhöht sich ja auch die Ligaststarke um 2 Mannschaften auf 22 Teams, dh fortan verbleiben die ersten 17 in der dritten Liga  (aktuell nur 16 Teams). Sollte ein Drittligist absteigen , erhöhen sich seine Chancen auf direkten Wiederaufstieg, denn in allen 5 Klassen steigen die Meister wieder auf. Die Regionalligen sind auf überschaubare und fahrtechnisch machbare Größen zugeschnitten.

Der Verlust von ca 120 Tsd Euro Tv Erlöse ( statt 1,3 Mill nun 1,18 Mill Euro pro Saison)pro drittligaclub durch die Erhöhung auf 22 Vereine kann wie folgt aufgefangen werden
- 2 zusätzliche Heimspiele
- als Ausgleich für die 4 zusätzlichen Liga Spieltermine koennte ggf ein verspäteter Einstieg der Drittligisten in den Landespokal in Erwägung gezogen werden. Steigen sie erst ab dem Viertelfinale ein, sind gleich 2 Spieltage für Ligaspiele frei , und zudem erhöht sich die Chance auf den Gewinn des Pokal. Ferner gibt es ja auch schon in einigen Verbänden Prämien für die teilnahmen an dem Viertelfinale der Landespokale)
- ein zusätzlicher Anreiz für die Zustimmung der Drittligisten waere sicher auch , wenn der Drittplatzierte der Liga 3 sicher in die 2. Liga aufsteigen kann ohne Relegation .









« Letzte Änderung: 02. Januar 2019, 20:19 von Zebra »

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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #738 am: 03. Januar 2019, 06:44 »
das ist wirklich mal ne sehr fundierte Analyse (im Gegensatz zu dem , was man so von einzelnen Verbänden und deren Vertreter hört und liest)  :daumen:
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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #739 am: 03. Januar 2019, 07:05 »
das ist wirklich mal ne sehr fundierte Analyse (im Gegensatz zu dem , was man so von einzelnen Verbänden und deren Vertreter hört und liest)  :daumen:

Ja, nur lesen die hier nicht mit.
Du kannst die tollsten Vorschläge haben, nur sind sie brotlose Kunst wenn diese den Adressaten nie erreichen. Und auch wenn es etwas selbstherrlich klingt. Wir reden hier über die Regionalliga und deren Reform, haben aber selber gerade eine 7 Punkteführung ziemlich leichtfertig und stellenweise dilettantisch abgegeben, sind deswegen im Moment nur Zweiter. Mit anderen Worten. Wir müssen erstmal aufsteigen bevor wir uns mit der Regionalligareform beschäftigen. Da gibt es genug zu tun.
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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #740 am: 03. Januar 2019, 15:53 »
Die Verbände präsentieren die Vereine , also liegt es doch  auch an Vereinsvertretern entsprechende Gedanken anderen Vereinen und Verbänden mitzuteilen, um auch sportpolitisch Einfluss nehmen zu können.

Im Frühjahr entscheidet sich ja nicht nur die Frage , ob das vereinseitig formulierte Ziel Aufstieg erreicht wird , sondern auch  die Frage unter welchen strukturellen Bedungungen sich Regionalliga Fußball künftig gestaltet.

Die sog Freistaatenliga bringt nicht nur Chemie , sondern allen  Nofv Clubs erhebliche Nachteile, die tatsächlich eine Teilnahme an der Regionalliga im Frage stellen. Der Reisekostenetat dürfte sich verdreifachen und die Zuschauerzahl verringern.

Fuhr Chemie in der Rl Saison im Schnitt 167 km one way je Auswärtsfahrt ,werden dies in der Freistaatenliga künftig 316 km je Einzelfahrt sein. Da eine große Zahl der Ziele  dieser Reisen zwischen 400/500 km entfernt liegen , fallen dann auch noch Übernachtungen an. Selbst wenn die vermeintlichen Zuschauer-Krösusse aus Bayern wie Schweinfurt , Memmingen und Aschaffenburg (letztere 500/420 km entfernt) in Leutzsch aufschlagen dürften im Vergleich zu Nofv Partien gegen BFC, Babelsberg oder Cottbus rund 4 Tsd Zuschauer weniger kommen. Wenn’s blöd läuft,  hast du durch deine Teilnahme an der Freistaatenliga 100 Tsd Euro weniger für den Mannschaftsetat zur Verfügung. Und das ist etwa eine Summe, die manche etablierte Regionalligisten künftig abhalten wird, für die neuen Ligen zu melden.

Als gangbare Alternative habe ich ja die Südostliga (Bayern plus Württemberg) skizziert. Für die Württemberger Clubs ist es fahr/reisekostentechnisch Einerlei, ob sie in der alten Südwest oder neuen Südost Staffel spielen. Durch Anschluss an Bayern steigen auch die Chancen auf den Aufstieg in Liga 3, weil es dort viel weniger Konkurrenz um den Aufstieg gibt.

Das traditionelle Nadelöhr im alten Südwesten, wo es ja pro Saison viele Teams  gibt, die um den Aufstiegsplatz kämpfen  , würde weiter ,wenn Württemberg zu Bayern wechselt  . Also sollten  auch die Verbände Hessen ,Saarland , Rheinland und Pfalz dieser Idee zustimmen können - zumal sie ohne Württemberger auch geringere Fahrtkosten hätten.

Selbst aus bayrischer Verbandssicht ist die Südostliga doch einer Freistaatenliga vorzuziehen. Schwäbische Clubs aus dem bayrischen Verbandsgebiet (Augsburg Memmingen illertissen Aschaffenburg) verkürzen sogar ihre Reiseentfeenungen gegenüber der alten bayernliga. Der Raum München , ja selbst der dem Verbandsgebiet Nofv nächste Club Nürnberg stellt sich fahrtechnisch mit der Südostliga besser. Auswärtsfahrt aus

München in der Südostliga 174 Km je Einzelfahrt
München in der Freistaatenliga  260 km je Einzelfahrt

Nürnberg in der Südostliga 174 km je Einzelfahrt
Nürnberg in der freistaatenliga. 199 km je Einzelfahrt 

Da eine Vielzahl der derzeitigen bayerischen Regionalligisten eher klein und strukturschwach sind , wie Garching , illertissen , schalding , Rosenheim  können die auch keine Interesse haben,  künftig 6 teure Reisen nach Sachsen machen zu müssen. Koch als Vertreter der Amateure im dfb und bayrischer Verbandspolitiker sollte doch offen für diese Argumente sein.

Tatsächlich geht es jetzt darum , dass Vereine aktiv sportpolitik machen. Tun Sie es jetzt nicht , soll man sicher später nicht  beschweren , dass die Bedingungen für ambitionierten höherklassigen Fußball für  Amateure in den Regionalligen nicht mehr zu erfüllen sind.

Konkret würde ich mir schon wünschen, dass sich der Vorstand von Chemie mit dem in Leipzig residierenden sächsischen Verbandsvertretern als auch den Regio Clubs aus Sachsen und Thüringen in Verbindung setzt , um eine tragfähige Regionalliga Reform auf den Weg zu bringen, die den Namen auch verdient. Meine ideenskizze hier argumentiert ja dezidiert nicht nur durch die chemische Brille sondern skizziert auch Vorteile für Clubs aus anderen Regionalliga Verbänden.
« Letzte Änderung: 16. Januar 2019, 13:23 von Zebra »

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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #741 am: 07. Januar 2019, 12:09 »
Wuppertal steht  vor dem Aus - alle Spieler dürfen in der Winterpause gehen

Quelle Reviersport

https://www.reviersport.de/mobile/artikel/beim-wuppertaler-sv-duerfen-alle-spieler-gehen/

Der Westligist Herkenrath (Vorort von Bergisch Gladbach) hat schon vor Weihnachten begonnen seine Mannschaft freizustellen. In Wattenscheid haben sie bei ihrer Retter Crowdfunding auch erst 1/3 der benötigten 350 Tsd Euro zusammen, die sie bis zum 14.1 benötigen ..dann gehen da auch die Lichter aus. Drei Pleiten in einer Saison.

Zeigt nur,  dass  Regionalliga auch zu teuer ist. Und dann  soll bald  noch so refeormiert werden, dass mit der Zerschlagung des NOFV auch deren Clubs wie auch aus Bayern und Nord  sich die Regionaliga  überwiegend aussser den U23 Teams   abschminken können.
« Letzte Änderung: 07. Januar 2019, 12:46 von Zebra »


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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #743 am: 10. Januar 2019, 16:06 »
Interview mit Hajo Sommers von RWO zur Situation der Regionaligen

https://www.reviersport.de/artikel/rwo-boss-ueber-abschied-und-viertliga-probleme/

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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #744 am: 14. Januar 2019, 15:24 »
Möchte noch den Vorschlag von @Hanseat aufgreifen, der für eine zweigledrige 3.  Liga plädierte mit einem Unterbau aus 6 Regionalligen.
Finde das in Hinblick auf Regionalität auch gut, aber das Problem waren ja die Finanzen.

Vieleicht wäre das folgende Modell ab 2022 gangbar , wenn ein neuer TV Vertrag für Liga 3 ansteht. Zusättzlich gibt es in dieser Variante  noch einen zusätzlichen Pokalwettbewerb und feste Einahmen auch für alle Regionalligisten
 
1. Bundesliga wie gehabt
2. 2. Bundeseliga wie gehabt, jedoch mit 3 festen Absteigern

3. 3. Liga in zwei Staffeln NORD und SÜD zu je 16 Mannschaften und je 3 Absteigern, Meister der Staffeln steigen auf, Vizemeister spielen den 3 Aufsteiger zur 2. Bundesliga aus


4. 6 Regionalligen mit je 16 Clubs (zus. 96)
RL Nord (wie aktuell, mit entsprechendem Unterbau)
RL Nordost (wie aktuell, mit entsprechendem Unterbau))
RL West (Westfalen + Niederrhein // darunter: OL WF (2 Aufsteiger) und OL Niederrh. (1 Aufsteiger)

die Meister der drei Staffeln steigen in die Nordstaffel der 3. Liga auf


RL Bayern (wie aktuell, mit entsprechendem Unterbau)
RL Mitte ( Hessen, Mittelrh.,Rheinland // darunter: OL Hessen + neue OL "Mittelrheinland")
RL Südwest (BaWü + SWFV+Saar // darunter: OL BaWü (2 Aufsteiger) + OL "Rheinhessen-Pfalz-Saar" (1 Aufsteiger)




Finanzierung der 3. Liga

Der neue seit 2018 geltende TV Vertrag (gilt bis Sommer 2022) erhöht die Zuschüsse der Vereine von 0,9 Mill auf 1,3 Mill je Verein/Jahr - eine Steigerung von mehr als 40 %. 380 Livespiele werden in der 20er Liga übertragen. 26 Millionen werden pro Jahr ausgezahlt.

Um den Drittkligisten auch weiterhin ab 2022 weiter 1,3 Millionen zu gewähren, müssten die TV Erlöse bei 32 Clubs (2 16er Staffeln) mit dem neuen Vertrag auf 41 Millionen gesteigert werden. In Anbetracht der Steigerungensraten im Fussball, vor allem aber auch durch dann 480 statt 380 Livespiele im Jahr eine m.E.  realistische Option.


DFB Pokal der Amateure

Derzeit nehmen 110 Vereine am Spielbetrieb der 3. sowie 5 Regionaligen teil. Das oben skizzierte Modell umfasst dann 128 Vereine in diesen Ligen, allerdings sind dann pro Saison nur noch 30 Spieltage vorgesehen.

Hier ist ein Zeitfenster, dass mit einem neuen Wettbewerb gefüllt werden könnte, der die Klassen ab Liga 3 abwärts in den Fokus der Aufmerksamkeit und zusättzliche finanzielle Unterstützung bringen würde.
Der Dfb könnte also neben dem klassischen Pokal Wettbewerb (ca 70 Millionen Ausschüttung bei 63 Spielen) ab 2022 einen weiteren Pokalwettbewerb für Amatuere ausloben. Die Vermarktungserlöse des neuen Wettbewerbs ( 10-15 Millionen sollten bei dann 127 Spielen eingeworben werden ) kämen dann dezidiert den Amateuren zu gute
128 Teilnehmer in sieben Runden, darunter
32 Drittligisten
96 Regionalligisten

Eine Ausschüttung von ca 14,5 Mill im Pokal der Amateure könnte so aussehen
1. Runde 128 Teilnehmer 20 Tsd.
2. Runde 64                      35 Tsd.
3. Runde 32                      60 Tsd.
4. Runde 16                     100 Tsd.
5. Runde 8                       150 Tsd.
6. Runde 4                        300 Tsd.
7. Runde 2                        500/900 Tsd.

(die U23 Teams der Proficlubs bleiben beim Pokalwettbewerb der Amateure aussen vor (ca 20-21 Teams sind es ja im Schnitt), sie werden ersetzt durch die jeweils bestplazierten Amateurvereine unterhalb der Regionalligen in den jeweiligen Landeswettbewerben der abgelaufenen Saison. Die Verteilung der durch die Nichtteilnahme der U23 Teams freiwerdenden Plätze erfolgt nach der Größe der Manschaftszahlen in den jeweiligen 21 Landesverbänden, also absteigend von Bayern bis Bremen.
Sollte ein Oberligist (und darunter) den Landespokalwettbewerb gewonnen haben, der zur Teinahme am DFB Pokal Wettbewerb berechtigt, nimmt dieser nicht am auch noch am schlechter dotierten Pokalwettbewerb der Amateure teil, sondern hier qualifiziert sich der zweitbeste Amateurverein ab Oberliga abwärts für den Pokal der Amateure.
Durch die Staffelreduktion der 3. Liga und Regionalliga auf 16 Teams bleiben genügend medienrelevante und zuschauerfreundliche Wochenenden frei zur Durchführung des Pokals der Amateure.
Der Supercup würde dann zwischen dem DFB Pokalsieger und dem DFB Pokalsiger der Amateure ausgespielt (mit Heimrecht beim Amateurclub)
Der DFB und die Landesverbände hätte durch den Pokal der Amateure auch noch ihren Stellenwert gegenüber der Dfl gestärkt.
« Letzte Änderung: 14. Januar 2019, 15:26 von Zebra »

Offline Hanseat

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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #745 am: 15. Januar 2019, 08:40 »
Die 3. Liga- und Regioeinteilung finde ich so am besten. Damit sind die Reisekosten beschränkt und eine gewisse Regionalität und damit auch Akzeptanz beim Zuschauer ist damit gegeben.
Deine Idee mit dem Pokal der Amateure ist wirklich gut. Da im DFB Pokal die Chancen der Kleinen in den letzten Jahre immer mehr abnehmen, da die Schere zwischen groß/klein - reich/arm immer mehr zugenommen hat, wäre das eine gute Alternative. Ob man für diesen Wettbewerb einen guten Fernsehvertrag aushandeln kann wird man sehen.
Ich sehe es trotzdem als zwingend notwendig an, das die DFL mehr Geld an die unteren Ligen abgibt. Damit dieser Unterbau auch weiter funktionsfähig bleibt.
Ich befürchte allerdings, das die alten verknöcherten Verbände so eine große Reform nicht hinkriegen, weil immer noch viel zuviele konservative Kader dort tätig sind und die Bedenkenträger immer die Oberhand haben werden.
Noch ein Wort zur 3. Liga. Die lebt dieses Jahr eigentlich im Schlaraffenland, denn mit 1860, Braunschweig und Kaiserslautern haben sie 3 schwergewichtige Traditionsmannschaften  gekriegt, die auch für erheblich höhere Zuschauereinnahmen sorgen. Außerdem ist dieses Jahr keine 2. Mannschaft in der Liga, die als Zuschauerkiller bekannt sind. Allerdings sollte die 3. Liga sich auch bewußt sein, das sich dieser Zustand demnächst wieder drastisch ändern könnte.

Offline Zebra

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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #746 am: 15. Januar 2019, 12:58 »
.....
Deine Idee mit dem Pokal der Amateure ist wirklich gut. Da im DFB Pokal die Chancen der Kleinen in den letzten Jahre immer mehr abnehmen, da die Schere zwischen groß/klein - reich/arm immer mehr zugenommen hat, wäre das eine gute Alternative. Ob man für diesen Wettbewerb einen guten Fernsehvertrag aushandeln kann wird man sehen.

Ich sehe es trotzdem als zwingend notwendig an, das die DFL mehr Geld an die unteren Ligen abgibt. Damit dieser Unterbau auch weiter funktionsfähig bleibt.
Ich befürchte allerdings, das die alten verknöcherten Verbände so eine große Reform nicht hinkriegen, weil immer noch viel zuviele konservative Kader dort tätig sind und die Bedenkenträger immer die Oberhand haben werden.
....

Hätte sich der Dfb im Grundlagenvertrag mit der Dfl nicht so abkochen lassen - ich habe das ja an anderer Stelle mal ausgeführt, dass  dem DFB eigentlich viel mehr Gelder zustehen müssten - wären ja auch genug Mittel vorhanden zur Unterstützunge der Amateure von Liga 3 abwärts.
 http://www.fr.de/sport/fussball-bundesliga/erstebundesliga/dfl-und-dfb-6-statt-60-a-1434533

Eine direkte finanzielle Weitergabe  an die Amateure ist aber lt Dfb Statuten nicht möglich. Sehr wohl kann der DFB aber einen zusätzlichen  Pokal der Amateure ausloben und dann auch Geldprämien   ausloben und ausgeben.  Würden die tatsächlich dem DfB  aus dem Grundlagenvertag zustehenden Mittel auch von der DFL angewiesen, hätte man für den Pokal der Amateure problemlos eine Summe von locker 60 Millionen zusammen.  Dann gäbe es auch nach meinem oben skizzierten Modell für alle 128 Amateurteams der Ligen 3 bis ca 5/6 jeweils ca 80 Tsd Euro bereits  in der ersten Runde ! Danach dann

2. Runde 64 Teilnehmer    140 Tsd.
3. Runde 32                      240 Tsd.
4. Runde 16                     400 Tsd.
5. Runde 8                       600 Tsd.
6. Runde 4                        1,80 Mill
7. Runde 2                       2,00/3,6 Mill

Unabhängig von dem Skandal des Grundlagenvertrags glaube ich dennoch,  dass der DFB für einen zusätzlichen Pokalwettbewerb der Amateure Geld über die Fernsehvermarktung dieses Wettbewerbs realistisch einwerben kann, die er dann gestaffelt an die Teilnehmer weitergeben dürfte.   Tatsächlich halte ich  TV Erlöse von  bis zu 15 Mill  für diesen Wettbwerb mit 127 Spielen für realistisch, wenn schon bei  "großen" DFB Pokal gute 70 Millionen für 63 Spiele ausgeschüttet werden.

Das dieser Wettbewerb tatsächlich deutschlandweit doch auch durchaus klangvolle Namen hätte, zeigt die Teilnehmerliste mit zahlosen ehemaligen  Bundesligisten, DDR Oberligisten, nationalen Meistern und Pokalsiegern der BRD und DDR

1860 München, 1 FC Kaiserlautern, Rot Weiss Essen, KFC Uerdingen, Alemannia Aachen, Offenbacher Kickers, Waldhof Mannheim, Hansa Rostock, Energie Cottbus, Eintracht Braunschweig,  Karlsruher SC, Preussen Münster, Rot Weiss Oberhausen,  1 FC Saarbrücken, Stuttgarter Kickers, Fortuna Köln, Spvg Unterhaching, Lokomotive Leipzig, Carl Zeiss Jena, Chemnitzer FC, Rot Weiss Erfurt, Halleschev FC, BFC Dynamo Berlin,  Chemie Leipzig, FSV Zwickau, TeBe Berlin,  FC Homburg, Wuppertaler SV, Wattenscheid 09 und SSV Ulm.

Neben diesen 30 gibt es auch noch eine ganze Reihe weiterer ehemaliger Zweitligisten wie Vfl Osnabrück, SV Meppen, VfB Lübeck, VfB Oldenburg, FSV Frankfurt, Hessen Kassel, Eintracht Trier, TuS Koblenz, FC Schweinfurt, Vfr Aalen, SSV Reutlingen , Wacker Burghausen, Viktoria Aschaffenburg , Babelsberg 03, Wormatia Worms, FK Pirmasens, Viktoria Köln,  Bonner SC, Röchling Völklingen , Spvgg Bayreuth und Wehen Wiesbaden - also  über 50 Klubs mit durchaus klangvollen Namen, die einen guten TV Vertrag garantieren würden.

Der Pokalwettberweb der Amateure hätte tatsächlich die Bedürftigen im Fokus, denn selbst beim großen DFB Pokal werden ja jährlich im Schnitt nur ca 7-10 Millionen von 70 Mill an die Clubs von liga 3 abwärts ausgeschüttet, da es parktisch keine Teams dieser Ligen in Runde 3 und weiter schaffen. 

Aber auch für den DFB und die Landesverbände hätte die Einführung dieses Wettbewerbs den  Vorteil eines Imagegewinns und würde helfen, verloren gegangenenes Vertrauen in "Verbände" wiederzugewinnen. Also eine win-win Situation für alle!

vomm 22.-24. Februar gibt es ja wieder den Verbandstag der Amarteure..rund 288 Clubvertreter werden erwartet (vieleicht auch Chemie?) Dort wäre einmal der Ort diese Idee vorzutragen.
http://www.fussball.de/newsdetail/amateur-kongress-2012-das-folgte-daraus/-/article-id/196820#!/
« Letzte Änderung: 16. Januar 2019, 15:00 von Zebra »

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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #747 am: 16. Januar 2019, 13:49 »
@hanseat

Mit dem Hinweis auf die doch respektablen Zuschauerzahlen in dieser Drittligasaison hast du recht. Und ab 2019 wird dann definitiv auch wieder eine U23 Mannschaft dort spielen, wahlweise Wolfsburg oder Bayern II.
Da gehen die Zuschauerzahlen natürlich runter. Trotzdem ist es für die anderen Clubs ein finanzieller Gewinn, wenn U23 auch in dieser Liga ist.  Ich hatte es gar nicht so auf dem Schirm, aber die Recherche ergab, dass U23 Teams ohnehin kein Geld aus der tv Vermarktung bekommen. Deren Anteil von 1.28 Mill wird auf die übrigen Clubs verteilt , so dass jeder dann 67 Tsd Euro mehr bekommt. Beim Heimspiel gegen die U23 hast du dann zwar ein paar weniger Zuschauereinnahmen, aber dieser Verlust gleicht sich ja mehr als aus durch die zusätzlichen 67 Tsd. Ist paradox, aber wahr.

Offline Hanseat

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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #748 am: 17. Januar 2019, 06:24 »
Das ist finanziell sicherlich richtig, aber andere negative Erscheinungen können die Vereine auch noch mehr belasten. Dazu zählen die Vereinsbindung der eigenen Zuschauer bei unattraktiven Spielen, die Sponsorensuche wird durch fehlende Zuschauer erschwert, vielleicht auch die mangelnde Akzeptanz beim Stadioneigentümer bei sinkenden Zuschauerzahlen usw. Außerdem gibt es eine Wettbewerbsverzerrung durch die 2. Mannschaften, aufgrund von Einsätzen der Profis.
Wenn es nur eine 2. Mannschaft ist, mag das alles verkraftbar sein, wenn es dann mehr werden, nützen die Zahlungen auch nicht mehr viel. Das ein Umdenken der BuLi Vereine bezüglich ihrer U 23 eingesetzt hat, sieht man auch daran, das die Eintracht überlegt wieder eine U23 aufzubauen. Deswegen steht eigentlich zu befürchten das es demnächst mehr 2. Mannschaften in der 3. Liga geben wird.
Wie das jetzt schon in der Regio ausartet sieht man ja in der Nordstaffel und da gibt es bestimmt nicht solche großen "Ausgleichszahlungen". Ich wäre ja dafür das die Profiklube ihre eigene U23 Meisterschaft ausspielen können.

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Re: Regionalliga (4. Liga)
« Antwort #749 am: 17. Januar 2019, 10:52 »
Danke für den Hinweis zur Eintracht. Das war für mich neu. Kann deine Argumentation auch gut nachvollziehen, sehe derzeit aber keine Handhabe, die U23 Teams in einer eigenen Staffel wie in England zu packen. Ausgleichszahlungen gibt es in den Regionalligen keine, denn in Liga 4 gibt es gar nichts an Zuwendungen aus der tv Vermarktung. Das war übrigens vor 2008 mal anders , da gab es nämlich für die oberligisten als vierthöchster Klasse  ca 25000 Euro im Jahr.
Es wäre  ja schon etwas gewonnen , wenn es eine Begrenzung auf max 4 U23 Teams pro Staffel geben wuerde um Auswüchse wie aktuell im Norden mit 6 zu vermeiden. Hätten im Westen Clubs wie Leverkusen Duisburg Bochum und Bielefeld ihre u23 nicht  zurückgezogen, wären da auch dauerhaft 6-8 U23 Teams in der Weststaffel. Das sind tatsächlich unmögliche Zustände. Ein Grund , warum ich auch für die Beibehaltung der 5 oder noch besser 6 Regionalligen bin, ist der größere Streufaktor. Reduzierst man die Zahl der Regionalliga Teilnehmer von 90 auf 72 , bleibt nur eins fast sicher erhalten: rund 20 U23 Teams am Spielbetrieb der Regionalligen .