Autor Thema: 12.Spieltag RL Nord Ost 25.09.2021 FC Carl Zeiss Jena - Chemie Leipzig  (Gelesen 7366 mal)

Offline Hanseat

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Re: 12.Spieltag RL Nord Ost 25.09.2021 FC Carl Zeiss Jena - Chemie Leipzig
« Antwort #45 am: 29. September 2021, 07:55 »
Der Zeitgeist ist, dass Meinungen höher bewertet werden als Fakten.

Die Konfrontation von Meinungen ist nicht das Problem. Wenn man sich äußert, dann gibt es immer Gegenrede und die hat man dann auch auszuhalten. Wenn sich aber im Vergleich der Argumente herausstellt, dass die eigene, gefühlte Wahrheit dem Abgleich mit der Realität nicht standhält, dann sollte man bereit sein, die Meinung zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern. So sollte das funktionieren. Stattdessen ist man aber beleidigt, weil einem die Zustimmung verweigert wird und man sich verteidigen muss. Das ist kontraproduktiv. Die Bereitschaft dazu, die eigene Meinung zu revidieren, fehlt in unserer Gesellschaft. Dabei ist es ein Zeichen von Stärke, die eigene Meinung in Frage zu stellen und ändern zu können.

Das sehe ich grundsätzlich anders. Denn Fakten allein sagen nicht viel aus. Denn diese Fakten werden ja dann von jedem anders interpretiert und daraus bilden sich dann die unterschiedlichen Meinungen. Letztlich werden auch hier nur Meinungen niedergeschrieben.
Beispiel:
In den ersten 6 Saisonspielen haben wir 10 Punkte geholt, in den letzten 6 Spielen waren es dann 5 Punkte. Das sind die Fakten.
Jetzt interpretiert das aber jeder auch anders. Die einen sagen, das ist ein klarer Abwärtstrend, der zum Abstieg führen könnte. Die anderen sagen, alles nicht so schlimm, denn die Saison ist noch lang. Die nächsten sagen, wenn unsere Verletzten wieder da sind, wird eh alles besser. usw. Also aus einem Fakt gibt es die unterschiedlichsten Meinungen und ich finde das auch gut, denn so eine Meinungsvielfalt macht doch ein Forum aus. Man stelle sich vor, hier gibt nur eine einheitliche Meinung, dann könnte man so ein Forum auch beenden.
Das ist bei komplexeren Themen dann noch viel umfangreicher. Deswegen bin ich auch der Meinung, das es kaum richtige oder falsche Meinungen gibt. Denn die Meinungen sind immer individuell.
Das es zu einer geäußerten Meinung immer eine Gegenrede geben muss, weil einem die Meinung nicht gefällt, sehe ich auch kritisch. Viel besser wäre es, wenn man erstmal seine eigene Meinung schreibt, damit beide Seiten wissen, was der andere zu dem Thema denkt. Dann kann man immer noch über die verschiedenen Meinungen diskutieren und den anderen versuchen mit Argumenten zu überzeugen.

Offline Fummelkutte

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Re: 12.Spieltag RL Nord Ost 25.09.2021 FC Carl Zeiss Jena - Chemie Leipzig
« Antwort #46 am: 29. September 2021, 09:32 »
Zitat
Kirsche hat sich mit den vielen bösartigen Verletzungen immer wieder in die Erste gekämpft.. Das solltet ihr bitte nicht vergessen... Er ist für mich der Karau des Sturms. Bei Luis platzt einfach nicht der Knoten, da gabs hier mal ne aussage Tommy Kind hätte den reingemacht , sehe ich auch so, und das bestimmt nicht nur einmal... Luis ist schnell, aber Ihm fehlt dieses eiskalte Abgeklärte und die Präzision, ob das an der Verantwortung oder Leistungsdruck mit Nervosität liegt, schwer zu sagen.. Es gibt viel zu tun, Miro mach mal 😁 dafür bist du zuständig...

Joah... würdest du Luis wirklich als schnell bezeichnen? Das mag vielleicht auf ne längere Strecke (Endgeschwindigkeit) so sein. Keine Ahnung ehrlich gesagt. Aber ich seh ihn leider immer einen Schritt zu spät kommen. Eher zwei Schritte leider. Kann natürlich auch an mangelhaftem Stellungsspiel liegen, macht die Sache aber rauch nicht besser. Im Vergleich zu Kirsche (wo ich bzgl. deines Hinweises auf die Verletzung natürlich recht gebe (und was den Spieler ja nur noch großartiger macht)) habe ich zum Beispiel keine großen Hoffnungen, dass er ein Bein reinstellen kann, wenn ein gegnerischer Verteidiger unter Druck gerät. Aber Kirsche ist vielleicht auch kein guter Vergleich diesbzgl.

Was Stefan Karau angeht, sehe ich aktuell keinen Grund für grundlegende Kritik. Er hatte diese Spielzeit ein paar unglückliche Szenen aber wer hatte die bis jetzt nicht?
Für viel diskussionswürdiger halte ich dagegen den Rücktritts-Elefanten im Raum. Wurde schon oft angesprochen, ich weiß. Aber so richtig beruhigt bin ich da wohl erst, wenn wir 2022/23 mit drei clean-sheets in die Saison starten. Gut ist, dass wir mit Kessler einen wahnsinnig guten Jungen hinten drin haben, der dieses Jahr ne Menge spielen und lernen kann. Aber es wäre schon nötig, wenn man ihm nen gestandenen Verteidiger daneben stellt. Schließlich sind wir erfahrungsgemäß auf ne gute Abwehr angewiesen. Hoffe die Verantwortlichen behalten da ihre gute Nase bei...und Burim hab ich schon länger nicht mehr für den FCC auflaufen sehen...

Offline Dantel

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Re: 12.Spieltag RL Nord Ost 25.09.2021 FC Carl Zeiss Jena - Chemie Leipzig
« Antwort #47 am: 29. September 2021, 09:56 »
Das sehe ich grundsätzlich anders. Denn Fakten allein sagen nicht viel aus. Denn diese Fakten werden ja dann von jedem anders interpretiert und daraus bilden sich dann die unterschiedlichen Meinungen. Letztlich werden auch hier nur Meinungen niedergeschrieben.

Das ist das Ideal, ich spreche von der Realität. Es wäre schön, wenn das so wäre. Eine Meinung ist nicht per definitionem fundiert, auf Fakten basierend. Schon weil das nicht immer möglich ist. Wir haben hier aber häufiger den Fall, dass sich Meinungen eben doch an Fakten überprüfen lassen, an Zahlen und Videoaufzeichnungen. Nur wird das nicht gemacht. Dabei ist es spannend. Fakten können, meiner Ansicht nach, eine ganze Menge aussagen, sehr hilfreich sein, wenn man sie zur Verfügung hat, richtig auswählt und kombiniert. Sie werden nie alles aussagen, aber das ist auch nicht ihre Bestimmung. Meinungen da zu bilden, wo keine oder wenig Fakten sind, ist wie eine Wanderung im Sumpf.

Wenn wir das Beispiel Tore nach Ecken anschauen, dann kam da zuerst die Meinung von @egon, der entstandene Eindruck, es gäbe auffällig viele Tore nach Ecken mit auffällig vielen Fehlern des gleichen Spielers. Die war aus meiner Sicht nicht überprüft. Das wäre keineswegs untypisch, zumindest muss ich mich schon seit ein paar Jahren (außerhalb dieses Forums) mit dieser Vorgehensweise herumschlagen und musste auch erst lernen, damit umzugehen. Diese Reihenfolge Meinung vor Fakten, sofern man über Fakten verfügt, machte die Meinung eher schwach und man kann in eine unangenehme Lage kommen. Dann kam im Beispiel der Faktencheck durch hinterfragen. Der war auch gar nicht böse, sondern zielführend gemeint, auf verstehen orientiert. Man hätte sich mal die Ecken gegen uns vornehmen können, Tore oder nicht, und vielleicht hätte sich in der Tat ein Muster ergeben. Idealerweise macht diese Arbeit eine Software. Aber noch bevor der Faktencheck die richtige Tiefe gewann, fühlte sich @egon persönlich angegriffen und hat dicht gemacht. Das tut mir leid. Ein anderer Ausgang wäre mir lieber gewesen. Dann hätten wir vielleicht gewusst, ob wir da ein Problem haben oder nicht. Oder wir wären dem zumindest näher gekommen. Ich bin mir immer noch nicht sicher, inwieweit @egon mit seiner Wahrnehmung vielleicht doch recht hat.

Das ist bei komplexeren Themen dann noch viel umfangreicher. Deswegen bin ich auch der Meinung, das es kaum richtige oder falsche Meinungen gibt. Denn die Meinungen sind immer individuell.

Ich finde, Meinungen sind schon von ihrer Natur her niemals richtig oder falsch. Dennoch müssen sie sich messen lassen, nicht nur an anderen Meinungen, sondern wenn möglich eben auch an Fakten. Idealerweise gern vorher. Auch ich kann mit Meinungen besser umgehen, wenn sie vorher, sofern das möglich ist, mit der Realität abgeglichen werden. Das ist aber nicht die Regel.

Das es zu einer geäußerten Meinung immer eine Gegenrede geben muss, weil einem die Meinung nicht gefällt, sehe ich auch kritisch. Viel besser wäre es, wenn man erstmal seine eigene Meinung schreibt, damit beide Seiten wissen, was der andere zu dem Thema denkt. Dann kann man immer noch über die verschiedenen Meinungen diskutieren und den anderen versuchen mit Argumenten zu überzeugen.

Sorry aber das verstehe ich nicht. Eine/r muss doch den Anfang machen, schon da es ja kein parallel-posting gibt. Vielleicht wird man erst durch den Post auf ein mögliches Problem aufmerksam, das man vorher gar nicht gesehen hatte. Man kann doch nicht grundsätzlich zu allem eine Meinung haben, oder? Und wenn man sie hat, braucht es immer noch eine gewisse Dringlichkeit, einen Austausch anzuregen, die man selbst empfinden muss. Wenn man seine Meinung niederschreibt, was sucht man dann? Was ist das Ziel? Bestätigung? Auseinandersetzung? Nur so? In dem Moment, wo andere dann lesen, beginnt dann bei den Lesern die Auseinandersetzung. Die Gegenrede entsteht daraus, das man über das Geschriebene nachdenkt und feststellt, dass man gegebenenfalls eine andere Meinung hat und dies darüber hinaus auch noch mitteilen will. Und daraus folgt dann idealerweise der Abgleich der Argumente. Auch hier im Forum folgt der Abgleich in der Regel nicht. Es folgt stattdessen der Abbruch. Das ist für beide Seiten unbefriedigend. Das ist zum Beispiel, was ich kritisch sehe.

Ich hab übrigens nicht geschrieben, dass es immer Gegenrede geben MUSS, sondern dass es sie immer gibt. Die Gesellschaft kann sich ja nicht einmal auf die Form des Planeten oder die Entstehung von Kondensstreifen/Chemtrails einigen. Und wenn sie es doch tut, wird dann nicht aus einer Meinung ein Fakt?

Disclaimer: Ich will niemandem hier irgendetwas übles. Ich muss auch keine Diskussion "gewinnen". Meine Intention ist der Meinungsaustausch und -abgleich. Und da hab ich auch kein Problem damit, im Unrecht zu sein. Wenn ich also hier und da zu aggressiv klingen sollte, so ist das nicht meine Absicht. Wenn man nur die Worte vor sich hat, ist die Wahrnehmung eine andere, als wenn man sich direkt gegenüber sitzt. Muss man sich auch immer wieder mal klarmachen. Auch ich mir.
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Offline Esca

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Re: 12.Spieltag RL Nord Ost 25.09.2021 FC Carl Zeiss Jena - Chemie Leipzig
« Antwort #48 am: 29. September 2021, 10:36 »
Wir reden Sonntag nach 15:00 Uhr.

Fakt: Man braucht 46 bis 47 Punkte um wirklich sicher die Klasse zu halten. Macht in der Hinrunde 23 Punkte. Siege gegen Auerbach, bei TeBe und vielleicht noch 2 - 3 Pünktchen (z.B. Derbysieg ;) ) sollten drin sein. Dafür sollten wir aufhören, uns mit unserer mangelhaften Chancenverwertung selbst zu schlagen.

Offline Yäh!

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Re: 12.Spieltag RL Nord Ost 25.09.2021 FC Carl Zeiss Jena - Chemie Leipzig
« Antwort #49 am: 29. September 2021, 10:43 »
Wenn ich also hier und da zu aggressiv klingen sollte, so ist das nicht meine Absicht. Wenn man nur die Worte vor sich hat, ist die Wahrnehmung eine andere, als wenn man sich direkt gegenüber sitzt. Muss man sich auch immer wieder mal klarmachen. Auch ich mir.

Das ist ein immens wichtiger Punkt, den man nie vergessen sollte. Das Fehlen von Mimik und Gestik des Gegenübers bedeutet den Verlust von wichtigen Komponenten der Kommunikation. Im Zweifelsfall sollten wir bei missverständlichen schriftlichen Äußerungen lieber die positive Deutungsoption in Betracht ziehen und nicht immer gleich auf das vermeintlich Negative zielen.

Offline Dantel

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Re: 12.Spieltag RL Nord Ost 25.09.2021 FC Carl Zeiss Jena - Chemie Leipzig
« Antwort #50 am: 29. September 2021, 11:07 »
Wir reden Sonntag nach 15:00 Uhr.

Fakt: Man braucht 46 bis 47 Punkte um wirklich sicher die Klasse zu halten. Macht in der Hinrunde 23 Punkte. Siege gegen Auerbach, bei TeBe und vielleicht noch 2 - 3 Pünktchen (z.B. Derbysieg ;) ) sollten drin sein. Dafür sollten wir aufhören, uns mit unserer mangelhaften Chancenverwertung selbst zu schlagen.

Kein Fakt sondern Meinung. Den Fakt kennen wir erst am Saisonende. ;)

Auerbach hatte eine Auszeit und hat nochmal Spieler nachverpflichtet, außerdem (vielleicht deshalb) gerade Hertha II geschlagen und sie haben Zimmermann und Guzlajev. Dennoch müssen die Punkte in Leutzsch bleiben. Also hellwach von der ersten Minute an, ohne die angezogene Handbremse, mit mehr Mut als bisher, einer ersten Halbzeit, die die Weichen FÜR uns stellt statt gegen uns und die wir mal nicht in Halbzeit 2 reparieren müssen. Da wissen wir ja nun, dass das nicht wirklich gut funktioniert.

Siege gegen Auerbach und Fürstenwalde, dazu 1-3 Punkte aus dem TeBe Auswärtsspiel. Alles andere ist in der verbleibenden Hinrunde für mich optional, am ehesten geht gegen die VSG noch was, Cottbus würde ich sehr gern Punkte gegen uns lassen sehen, natürlich auch die Dings (Name entfallen).

Problem dabei ist, dass wir zwar unser Auswärts-Spielsystem bisher sehr gut in Punkte umsetzen konnten, die Mannschaft aber das Konzept für die Heimspiele leider bisher nicht umsetzen konnte bzw, das bisher gewählte Konzept kein gutes ist. Ich bin gespannt.
« Letzte Änderung: 29. September 2021, 11:11 von Dantel »
"Frage nicht, was Chemie für Dich tun kann, sondern was Du für Chemie tun kannst."

Offline Hanseat

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Sorry aber das verstehe ich nicht. Eine/r muss doch den Anfang machen, schon da es ja kein parallel-posting gibt. Vielleicht wird man erst durch den Post auf ein mögliches Problem aufmerksam, das man vorher gar nicht gesehen hatte. Man kann doch nicht grundsätzlich zu allem eine Meinung haben, oder? Und wenn man sie hat, braucht es immer noch eine gewisse Dringlichkeit, einen Austausch anzuregen, die man selbst empfinden muss. Wenn man seine Meinung niederschreibt, was sucht man dann? Was ist das Ziel? Bestätigung? Auseinandersetzung? Nur so? In dem Moment, wo andere dann lesen, beginnt dann bei den Lesern die Auseinandersetzung. Die Gegenrede entsteht daraus, das man über das Geschriebene nachdenkt und feststellt, dass man gegebenenfalls eine andere Meinung hat und dies darüber hinaus auch noch mitteilen will. Und daraus folgt dann idealerweise der Abgleich der Argumente. Auch hier im Forum folgt der Abgleich in der Regel nicht. Es folgt stattdessen der Abbruch. Das ist für beide Seiten unbefriedigend. Das ist zum Beispiel, was ich kritisch sehe.


Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Ich meine, daß man auf einen Beitrag nicht gleich anspringt und diesen auseinandernimmt oder auch bewertet. Sondern erstmal seine eigene Meinung niederschreibt. Damit beide Seiten wissen, wie die jeweils andere Meinung ist. Das macht das Miteinander auch ein bißchen fairer.
Beispiel
User A schreibt seine Meinung zu einem Spiel (idealerweise mehr als zwei Zeilen). User B sieht das vollkommen anders und schreibt seine Meinung nieder. Das kann auch unter Bezugnahme auf User B passieren. Dann wissen beide wie die Meinungen sind und beide haben die gleiche Diskussionsgrundlage. Das wäre halt meine Idealvorstellung von einer Diskussionsvoraussetzung.
Wenn User B aber eher den Beitrag von User A auseinander nimmt und bewertet, kommt da kein richtiger Meiningsaustausch zustande. Da sich User A gleich in Erklärungsnot versetzt und angegriffen fühlt. Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder macht man das Spiel mit und versucht was zu erklären oder man ignoriert es. Beides ist nicht so richtig zielführend.


Offline farmer

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 :Fußball kann so einfach sein :039:

Offline Hanseat

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Danke erstmal. Jetzt weiß ich, dass Du mit "in den letzten Spielen" die gesamte bisherige Saison meinst. Daraus ergeben sich für mich folgende Fragen:

1. Wo ist der Fehler in Eilenburg?
2. Wo ist der Fehler in Meuselwitz?
3. Wo war der Fehler gegen Lichtenberg?
4. Wo ist der Fehler in Jena?

Nur damit wir mal nicht über Gefühle reden und zu den Tatsachen kommen.

PS.: Wie findest Du eigentlich die Menge der Gegentore im Vergleich zu unserer Konkurrenz? Ist das wirklich unser Problem?

Ich werde mich mal bemühen meine Einschätzung zu den Fragen niederzuschreiben.

zu 1.   Die Ecke kommt auf den kurzen Pfosten und wird da von uns nicht abgewehrt. Dann landet der Ball bei einem EB Spieler, der völlig frei am Fünfmeterraum steht und einschießt. Unsere Spieler haben einen vorbildlichen Coronaabstand gehalten. So was darf nicht passieren.
zu 2. Die Ecke kommt auch auf den kurzen Pfosten und kommt dann nach Abwehr an die Strafraumgrenze, wo ein ZFC Spieler völlig frei einschiessen kann. Warum wurde der nicht eng gedeckt?
zu 3. Ähnlich wie gegen den ZFC. Wieder steht ein Spieler an der Strafraumgrenze frei, der dann noch beim Abschluss gestört wird. Aber der Ball kommt zum nächsten L47 Spieler der auch nicht eng gedeckt wird und somit einschiessen kann. Warum werden die Gegenspieler am und im Strafraum nicht enger gedeckt?
zu 4. Das sah ziemlich unglücklich aus. Das ist auch schwer zu bewerten, da man nicht genau weiß, wie die Absprachen da so sind. Es könnte ja sein, daß die Absprache lautet, das bei einer Ecke an den Füfmeterraum B. Bellot rauskommt und den Ball abwehrt und vielleicht hat Stefan K. darauf auch gehofft und ist deswegen nicht zum Kopfball gegangen. Im übrigen ist bei den folgenden Flanken B. Bellot durchaus rausgekommen und hat die Bälle abgewehrt. Letztlich ist das ziemliche Spekulation, aber die Kommunikation hat da wohl nicht gestimmt.


Ich finde wir sind teiweise bei gegnerischen Standards zu "brav". Man sollte doch energischer zur Sache gehen, vor allem mit Körperkontakt. Denn diese Saison pfeifen die Schiedsrichter nicht jeden Körperkontakt im Strafraum ab. Außerdem müssen die Gegenspieler natürlich am und im Starfraum eng gedeckt werden und da sehe ich ein gewisses Manko. Aber so was lässt sich durchaus abstellen, auch durch Training.
« Letzte Änderung: 02. Oktober 2021, 10:43 von Hanseat »

Offline Dantel

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Ich werde mich mal bemühen meine Einschätzung zu den Fragen niederzuschreiben.

zu 1. Die Ecke kommt auf den kurzen Pfosten und wird da von uns nicht abgewehrt. Dann landet der Ball bei einem EB Spieler, der völlig frei am Fünfmeterraum steht und einschießt. Unsere Spieler haben einen vorbildlichen Coronaabstand gehalten. So was darf nicht passieren.
zu 2. Die Ecke kommt auch auf den kurzen Pfosten und kommt dann nach Abwehr an die Strafraumgrenze, wo ein ZFC Spieler völlig frei einschiessen kann. Warum wurde der nicht eng gedeckt?
zu 3. Ähnlich wie gegen den ZFC. Wieder steht ein Spieler an der Strafraumgrenze frei, der dann noch beim Abschluss gestört wird. Aber der Ball kommt zum nächsten L47 Spieler der auch nicht eng gedeckt wird und somit einschiessen kann. Warum werden die Gegenspieler am und im Strafraum nicht enger gedeckt?
zu 4. Das sah ziemlich unglücklich aus. Das ist auch schwer zu bewerten, da man nicht genau weiß, wie die Absprachen da so sind. Es könnte ja sein, daß die Absprache lautet, das bei einer Ecke an den Füfmeterraum B. Bellot rauskommt und den Ball abwehrt und vielleicht hat Stefan K. darauf auch gehofft und ist deswegen nicht zum Kopfball gegangen. Im übrigen ist bei den folgenden Flanken B. Bellot durchaus rausgekommen und hat die Bälle abgewehrt. Letztlich ist das ziemliche Spekulation, aber die Kommunikation hat da wohl nicht gestimmt.

Ich finde wir sind teiweise bei gegnerischen Standards zu "brav". Man sollte doch energischer zur Sache gehen, vor allem mit Körperkontakt. Denn diese Saison pfeifen die Schiedsrichter nicht jeden Körperkontakt im Strafraum ab. Außerdem müssen die Gegenspieler natürlich am und im Starfraum eng gedeckt werden und da sehe ich ein gewisses Manko. Aber so was lässt sich durchaus abstellen, auch durch Training.

So hatte ich mir das erhofft. Ich sehe das so:

zu 1) Während sich der Eilenburger am kurzen Pfosten bewegt, bleibt unser Verteidiger am kurzen Pfosten stehen und schaut zu. Für mich war es eine Frage der Aufmerksamkeit und Reaktion von Benny Boltze(?). Erster Ball nicht verteidigt.
zu 2) Hier kommt der Ball wieder kurz, beide Spieler gehen zum Ball. Der Ball kommt dennoch Richtung 11-Meter-Punkt, von der Strafraumgrenze läuft die 21 von Meuselwitz ein, während Florian Brügmann wie verwurzelt dort stehen bleibt. Der Abschluss wird nicht gestört. Für mich war es eine Frage der Aufmerksamkeit und Reaktion. Florian hat dem Spielgeschehen zugeschaut und den Moment des Loslaufens verpasst. Diesmal also zweiter Ball nicht verteidigt.
zu 3) L47 macht das ja gern, eine fette Spielertraube mit großen, stabilen Spielern auf Höhe erster Pfosten zu erzeugen. Die trifft der Eckenschütze dann leichter, allerdings weiß auch erstmal jeder, wo der Ball mit hoher Wahscheinlichkeit hinsoll. Macht aber nix, weil sie sich stark durchsetzen. Wie gegen Meuselwitz wird der Ball in den Rückraum Richtung 11-Meter-Punkt gelenkt, wo wieder ein L47-Spieler einläuft. Diesmal kann ihn Brügmann gerade noch so erreichen, weil das aber nicht sicher war, lässt hinten Jäpel seinen Gegenspieler stehen und greift den einlaufenden Lichtenberger ebenfalls an. Der abgewerte Ball springt dann, unglücklicherweise, zu seinem nun frei stehenden Gegenspieler. Diesmal dritter Ball nicht verteidgt.
zu 4) Karau schiebt, ohne den Ball überhaupt sehen zu können, Eisele in die Flanke rein. Er war nur auf seinen Gegenspieler fixiert und hat sich voll darauf verlassen. dass Bellot die Flanke holt. Der ist aber, als die Ecke geschlagen wird, noch nicht bereit zum Rauslaufen. Wieder erster Ball nicht verteidigt, dafür am langen Pfosten.

Bei Ecken und Freistößen sind die Angreifer in der Regel im Vorteil, weil/wenn sie einen Plan haben, was passieren soll, den der Gegner nicht kennt, und sie deshalb einen Gedankenvorsprung haben, den sie dann allerdings auch aufs Feld bekommen müssen. Die Verteidigung kann erstmal nur reagieren kommt also in der Regel einen Schritt später, weil sie mehrere Optionen absichern muss. Es ist nach meiner Meinung am einfachsten, den ersten Ball zu verteidigen, weil der Ball erst tot auf dem bekannten Ausgangspunkt ruht und dann eher lange in der Luft ist. In dieser Phase hat man die besten Chancen. Bei Bällen auf den kurzen Pfosten ist eine naheliegende Option dann, dass der Ball als nächstes zentral vor dem Tor landet und dort weiter verteidigt werden muss. Danach kommt Chaos oder Neueröffnung. Ich hatte es schon geschrieben.

In unseren Fällen erkenne ich eben, bis auf individuelle Unaufmerksamkeiten, kein Muster. Wir bekommen drei Bälle zunächst auf den kurzen und einen auf den langen Pfosten. Fürs Muster scheidet also der Jenaer Eckball schonmal aus, weil er zu atypisch ist. Jena hat traditionell gefährliche Kopfballspieler, was ja auch eine ihrer Methoden ist, verteidigende Mannschaften zu knacken. Bleiben die anderen drei. Die jeweils ersten Bälle zu verteidigen ist aus meiner Sicht zwingend. Es gelang in den drei Fällen offenbar nicht. Allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Was ich jetzt nicht auf dem Schirm habe, ist, ob es uns sonst, in der Regel, gelingt, erste Bälle zu verteidigen bzw. warum aus all den anderen Ecken kein Tor wurde.

Es stand auch im Raum, dass Karau bei den Gegentoren nach Ecken eine entscheidende Rolle spielen würde. Das sehe ich, bis auf Jena, nicht so. Der Eindruck entstand aber meiner Meinung nach auf das destruktive Geschreibe von clubschwein juluiscaesar. Seine Kommentare sind zwar immer unglaublich simpel, werden aber umso mehr und klarer wahr- und aufgenommen. Und auch wenn man seine Verse bewusst abtut, nimmt das Unterbewusstsein gern was mit. Etwas bleibt hängen und das Gift breitet sich dann schleichend aus. Und nach und nach sind Ecken ein Problem, ist Karau ein Problem... So funktionieren ja auch die ganzen unsäglichen Social-Media-Auftritte. Man muss immer mal wieder "von oben draufschauen" sonst zieht einen das mit.

Grundsätzlich denke ich nicht, dass wir eine signifikante Anzahl von Gegentoren nach Ecken haben. Weiterhin denke ich, dass insgesamt ein Gegentor pro Spiel keine Schwäche anzeigt, sondern eher eine Stärke, gerade wenn man die Gegnerleistungen betrachtet. Wir gewinnen drei von viel Spielen zu Null und auch Meuselwitz traf erst, als es schon 2:0 stand. Die Abwehr ist unser Pfund. Unsere Schwäche, wenn man so will, liegt für mich ganz klar in der Offensivkraft, vor allem von Spielbeginn an. Hier müssen sich die Spieler straffen. Wenn das Gegentor gefallen ist löst sich die Bremse auch bei uns, aber warum erst dann? Ein Gegner, der gegen uns ein Führungstor erzielt, hat momentan zumindest einen Punkt so gut wie sicher. Das wusste HBS, das wusste L47, das wusste Rathenow. Sogar Jena hat sich so verhalten. Nun erzielen wir dennoch, betrachtet man die untere Tabellenhälfte, relativ viele Tore. Nur eben nicht genug, um ruhiger schlafen zu können. Wenn wir also im Angriff erfolgreicher werden, dann werden die Gegner auch vorsichtiger und unsicherer. Und das kommt allen Mannschaftsteilen zugute. Alles hat mit allem zu tun.

Unsere Ergebniskrise hat für mich vor allem mit den verletzten Spielern zu tun. Wir sind im Kader in der Breite gut aufgestellt, aber vor allen Mvibudulu und Bury bekommen wir nicht gleichwertig ersetzt.

Kurze Anmerkung zu User A und User B: Ich stimme Dir in dem zu, was Du schreibst. Allerdings habe ich, nach nochmaligem Überfliegen, an keiner Stelle der vorangegangenen Diskussionen das Gefühl gehabt, dass aus der Gegenrede nicht auch die Gegenposition klar geworden wäre. In meiner Wahrnehmung kam sie in der Regel mit den (Gegen-)Argumenten zum Vorschein. Wir haben da wohl unterschiedliche Wahrnehmungen.
« Letzte Änderung: 02. Oktober 2021, 13:39 von Dantel »
"Frage nicht, was Chemie für Dich tun kann, sondern was Du für Chemie tun kannst."

Offline nordsachse

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@Dantel  ich bin schwer beeindruckt.
 :13:
Danke